Skip to main content
Alle Blogposts

Wie du als unabhängige*r Artist mit negativem Feedback im Internet umgehst

Teile diesen Artikel auf
Skip to section:

Einer der schönsten Aspekte beim Musikmachen ist es, sie mit anderen zu teilen. Du musst dich jedoch darauf einstellen, dass das Veröffentlichen deiner Werke zwangsläufig Feedback und Bewertungen mit sich bringt. Es ist ein wunderbares Gefühl, wenn andere deine Musik lieben. Konstruktive Kritik ist zwar meist nicht so angenehm, aber unerlässlich für Wachstum und Verbesserung.

Dann gibt es noch eine andere Realität, mit der viele konfrontiert sind: negatives Feedback oder sogar regelrechter Hass von Fremden im Internet. Damit umzugehen kann schwierig und manchmal schmerzhaft sein. Dieser Guide soll dir helfen, besser mit negativem Feedback umzugehen, und es vielleicht, wenn möglich, in eine Inspirationsquelle zu verwandeln.

Die Psychologie hinter negativem Feedback

Kennst du diese Gefühle von Scham und Ablehnung, wenn jemand etwas kritisiert, was du tust? Nun, das ist eigentlich eine universelle menschliche Reaktion. Das liegt daran, dass negatives Feedback aus psychologischer Sicht oft als Angriff und Bedrohung wahrgenommen wird und in gewisser Weise denselben Überlebensinstinkt auslöst, der uns schon seit der Steinzeit begleitet.

Viele Neurowissenschaftler*innen argumentieren, dass der Hauptzweck dieses Instinkts heute zwar nicht mehr das physische Überleben ist, wie es damals der Fall war, unser Gehirn Kritik jedoch als eine ursprüngliche Bedrohung für unsere soziale Stellung wahrnimmt. Historisch gesehen konnte soziale Ausgrenzung die Überlebenschancen einer Person erheblich verringern, was erklärt, warum unser Gehirn nach wie vor äußerst empfindlich auf Bedrohungen der sozialen Zugehörigkeit reagiert.

Negatives Feedback kann die Amygdala unseres Gehirns aktivieren (die für die Verarbeitung von Erinnerungen, Entscheidungsfindung und emotionale Reaktionen zuständig ist), was automatisch die FIght-or-Flight-Reaktion auslösen kann. Dieser Mechanismus überschwemmt unseren Körper mit Stresshormonen wie Cortisol und Adrenalin und bereitet uns darauf vor, der Gefahr entweder entgegenzutreten oder in Sicherheit zu fliehen.

Deshalb verteidigen sich Menschen oft, schotten sich ab, vermeiden Kritik gänzlich oder versuchen sogar, anderen die Schuld zu geben, um den emotionalen Schmerz zu lindern – und, ehrlich gesagt, um das Selbstwertgefühl zu schützen.

Die Art und Weise, wie Kritik unseren Geist beeinflusst, ist vielschichtiger, als es unsere instinktive Wahrnehmung vermuten lässt. Viele Menschen verbinden ihre Arbeit, ihre Fähigkeiten und ihr Können mit dem, was sie im Kern ausmacht. Wenn dir das bekannt vorkommt: Studien haben gezeigt, dass dies bei Artists in den meisten Fällen zutrifft.

Kritik kann sich dann nicht nur wie ein negativer Kommentar zu einer Aufgabe anfühlen, sondern wie ein Angriff auf die eigene Identität. Das gilt besonders für vage, verallgemeinernde oder sogar unangebrachte negative Bewertungen, die oft Verwirrung und Frustration auslösen und dazu führen können, dass man das Feedback als Ausdruck eines völligen persönlichen Versagens verinnerlicht.

Kritik, die übermäßig hart, demütigend oder scheinbar ungerecht ausgeliefert wird, kann zudem das Gefühl von„unfairer Rückmeldung“ auslösen, was wiederum den Fortschritt und das Lernen komplett zum Erliegen bringen und stattdessen Ressentiments schüren kann.

Es hilft auch nicht, dass das menschliche Gehirn negative Erfahrungen viel lebhafter wahrnimmt und sich besser daran erinnert als an positive. Infolgedessen kann eine einzige Kritik bei manchen Menschen Monate des Lobes und der Anerkennung zunichte machen. Dies kann auf lange Sicht dazu führen, dass sich Menschen von Dingen abwenden, die sie einst mochten, davon abgehalten werden, diese zu teilen, oder sogar ganz aufgeben.

All das soll zeigen, wie schwierig es ist, mit negativem Feedback umzugehen, und vielleicht auch Empathie für uns selbst zu wecken, anstatt die übliche Promotion der Schuldzuweisung zu fördern, dass man „die Dinge zu persönlich nimmt“.

Konstruktive Kritik vs. Feedback vs. Schikanierung

Zu verstehen, warum Kritik uns so tief trifft, ist nur ein Teil der Gleichung. Genauso wichtig ist es, zwischen verschiedenen Arten von Feedback unterscheiden zu lernen, da nicht alle negativen Reaktionen gleich sind (und nicht alle die gleiche Aufmerksamkeit oder emotionale Investition verdienen).

Manchmal soll eine scheinbar negative Bewertung dabei helfen, sich zu verbessern, und entspringt tatsächlich dem Wunsch, dass die andere Person Erfolg erlebt. Das ist sogenannte konstruktive Kritik, die darauf abzielt, konkrete Probleme zu identifizieren und umsetzbare Lösungen sowie klare Ratschläge anzubieten, um diese zu überwinden. In den meisten Fällen ist der Ton der Kritik objektiv, konkret, unterstützend und kann sogar motivierend sein.

Negative Feedback hingegen drückt Unzufriedenheit aus oder hebt Bereiche mit schlechten Leistungen hervor. Auch wenn es manchmal nützlich sein kann, ist es nicht immer konstruktiv. Wenn sich Kritik ausschließlich auf Fehler und Mängel konzentriert, ohne Kontext, Einblicke oder Verbesserungsvorschläge zu bieten, wird sie zu destruktiver Kritik. In dieser Form ist es für die Person, die das Feedback erhält, meist von geringem bis gar keinem Wert und kann stattdessen ihre Fähigkeiten untergraben, ihr Selbstvertrauen erschüttern oder sie sogar herabsetzen (je nach Ton).

Im schlimmsten Fall kann sich negatives Feedback gegen die Persönlichkeit, das Aussehen oder die Identität einer Person richten, mit dem Ziel, sie gezielt zu provozieren, herabzuwürdigen oder sogar zu verletzen. Dann wird aus Kritik Belästigung und Trolling. Ein solches Verhalten soll die betroffene Person verunsichern und ein feindseliges Umfeld schaffen. In manchen Fällen kann es auch in gezielte Übergriffe übergehen, insbesondere wenn Drohungen, Diskriminierung, Stalking oder wiederholte Einschüchterung ins Spiel kommen.

Schließlich solltest du bedenken, dass selbst gut begründete und konstruktive Kritik nicht unbedingt etwas ist, auf das du reagieren musst. Ein Grund dafür ist, dass Feedback nie vollständig objektiv ist.

Kunst und damit auch Musik sind subjektiv. Eine negative Bewertung sagt deshalb oft mehr über den Geschmack, die Erwartungen oder die persönlichen Vorstellungen der jeweiligen Person aus als über die Qualität deiner Musik. Wenn du RnB und Soul machst und jemand mit diesen Genres nichts anfangen kann, wird diese Person deine Songs wahrscheinlich nicht mögen. Das lässt sich nicht unbedingt ändern und bedeutet auch nicht, dass mit deiner Musik grundsätzlich etwas nicht stimmt. Vielleicht gehört diese Person einfach nicht zu deiner Zielgruppe.

So gehst du als Artist mit negativem Feedback um

Nachdem wir uns mit den Auswirkungen von Kritik auf die menschliche Psyche beschäftigt und verschiedene Arten von Reaktionen unterschieden haben, geht es jetzt um konkrete Strategien für den Umgang mit negativem Feedback.

1. Verstehe, dass negatives Feedback unvermeidlich ist

In einer digitalisierten Welt ist es praktisch unmöglich, negativem Feedback vollständig zu entgehen. Menschen können ihre Meinung frei äußern, und hinter einem Bildschirm fällt es vielen leichter, Dinge zu sagen, die sie von Angesicht zu Angesicht vielleicht nie sagen würden.

Hinzu kommt eine etwas ernüchternde Realität: Menschen sind oft eher dazu geneigt, negative Kommentare oder Bewertungen zu hinterlassen. Gleichzeitig werden Artists ständig dazu ermutigt, mit ihrem Publikum zu interagieren und Engagement zu fördern, wobei Kommentare eine wichtige Rolle spielen. Früher oder später wirst du daher wahrscheinlich auf jemanden stoßen, der etwas Negatives über dich oder deine Musik sagt.

Wenn du darauf vorbereitet bist, lassen sich solche Situationen deutlich leichter bewältigen. Und wie bereits erwähnt: Musik ist subjektiv, genauso wie die Meinungen, die Menschen über sie haben. Du wirst niemals mit deiner Musik alle überzeugen können, ganz gleich, wie talentiert, erfahren oder erfolgreich du bist. Wenn jemand keinen Zugang zu deiner Musik findet, bedeutet das meistens einfach, dass sie nicht den persönlichen Geschmack dieser Person trifft.

2. Unterscheide zwischen Kritik und Trolling

Wie oben beschrieben, sind manche negativen Kommentare und Rückmeldungen weder konstruktiv noch spiegeln sie den Stil oder die Vorlieben einer Person wider, und viele haben gar nichts mit der Musik selbst zu tun. Viele davon sind Paradebeispiele für Online-Trolling in seiner schlimmsten Form. Meinungen wie„Das ist Müll“ oder„Du kannst nicht singen“ sind rein böswillige Kommentare, die von Natur aus persönlich und beleidigend gemeint sind und oft darauf abzielen, emotionale Reaktionen hervorzurufen.

Zu wissen, dass dich jemand trollt, macht es nicht leichter, diese Kommentare zu lesen, aber es kann dir die Gewissheit geben, dass diese„Meinungen“ deine emotionale Energie nicht verdienen, geschweige denn eine Antwort.

3. Entscheide, wann du antwortest und wann nicht

Wie bereits erwähnt, solltest du offensichtliches Trolling am besten vollständig ignorieren. Das gilt auch für Hasskommentare, Belästigungen und wiederholte, bewusst provozierende Beiträge. Sich auf solche Kommentare einzulassen, führt selten zu einem konstruktiven Ergebnis und kann dazu führen, dass die Situation weiter eskaliert.

Wenn es dir schwerfällt, solche Kommentare einfach zu ignorieren, nutze die Möglichkeiten, die dir zur Verfügung stehen. Die Strategie „Ausblenden, Löschen, Blockieren“ existiert aus gutem Grund. Deinen Online-Raum selbst zu gestalten, ist keine Zensur, sondern eine Form des Selbstschutzes und des Community-Managements.

Gleichzeitig solltest du nicht jeden negativen Kommentar sofort abtun. Manchmal kann eine Antwort die sinnvollere Option sein. Das gilt besonders dann, wenn du ein Missverständnis ausräumen, auf ein berechtigtes Anliegen eingehen, Professionalität und Offenheit zeigen oder, was ebenfalls vorkommen kann, einen eigenen Fehler anerkennen und dich dafür entschuldigen möchtest. Mehr dazu erfährst du in unserem Artikel zum Thema „Online-Reputation managen“.

Bevor du antwortest, kann es hilfreich sein, dir eine einfache Frage zu stellen: Möchte diese Person wirklich ein Gespräch führen oder sucht sie nur nach einer Reaktion? Wenn Letzteres der Fall ist, solltest du deine Zeit und Energie wahrscheinlich lieber anderweitig einsetzen.

Und denk daran: Wenn du dich entscheidest, nicht zu antworten, bedeutet das nicht, dass du eine Diskussion verloren oder einen Fehler eingestanden hast. Manchmal ist die produktivste Reaktion, überhaupt nicht zu reagieren.

4. Vermeide emotionale Reaktionen

Manchmal stößt du auf einen Kommentar, der so gemein, beleidigend oder unangemessen ist, dass du am liebsten alle Tipps und „Regeln“ für eine angemessene Antwort über Bord werfen möchtest. Du willst die Person nicht einfach so davonkommen lassen, und der Drang zu reagieren kann überwältigend sein. Das ist völlig verständlich. Schließlich sind wir Menschen nicht immun gegen Emotionen.

Es gibt jedoch ein paar Dinge, die du in solchen Situationen im Hinterkopf behalten solltest. Auch wenn soziale Medien zu spontanen Reaktionen verleiten und das vielleicht auch dein erster Impuls ist, ist es oft besser, dir vor dem Antworten etwas Zeit zu nehmen. Das ist natürlich nicht immer einfach.

Starke Emotionen können dein Urteilsvermögen beeinträchtigen und es dir schwer machen, zwischen einer rein emotionalen Reaktion und strategischer Kommunikation zu unterscheiden. Eine direkte Antwort mag dir kurzfristig Erleichterung verschaffen, auf lange Sicht kann sie jedoch dazu führen, dass du dich noch stärker in die Situation verstrickst. Solche Auseinandersetzungen wirken sich selten positiv auf dein Wohlbefinden, deine Kreativität oder deine musikalische Entwicklung aus.

Es gibt noch etwas, das du dir bewusst machen solltest, auch wenn es oft schwer zu akzeptieren ist: Wenn wir uns verletzt fühlen, wird der Wunsch zu antworten meist von der Hoffnung angetrieben, dass wir uns dadurch besser fühlen werden. Vielleicht möchtest du, dass die andere Person deine Sichtweise versteht, zugibt, dass sie im Unrecht war, sich entschuldigt oder einfach aufhört. Das ist jedoch selten das Ergebnis, besonders im Umgang mit Internet-Trollen. Oft reagieren sie mit weiteren feindseligen Kommentaren oder versuchen, den Konflikt weiter anzufachen.

Wenn jemand tatsächlich eine Grenze überschritten hat und du unbedingt antworten möchtest, solltest du dich zunächst eine Weile vom Bildschirm entfernen und deine Nachricht gründlich überdenken, bevor du sie veröffentlichst. Es kann helfen, die Antwort zunächst privat zu formulieren. Wenn ein*e vertrauenswürdige*r Freund*in oder jemand aus deinem Team sie vor der Veröffentlichung liest, kann das zusätzlich eine wertvolle Perspektive bieten. So kannst du besser einschätzen, ob deine Antwort durchdacht ist und nicht von deinen Emotionen bestimmt wird. Vor allem stellst du sicher, dass du um deiner selbst willen reagierst und nicht in der Hoffnung auf ein bestimmtes Ergebnis.

5. Versuche, Feedback als Antrieb und Chance für Wachstum zu nutzen

Foo-Fighters-Frontmann Dave Grohl hat einmal gesagt: „Wenn dir jemand sagt, du seist nicht gut genug, dann ist das genau der Moment, in dem du noch einen Gang zulegen und ihnen zeigen musst, wie sehr sie sich irren.“

Nicht alle können sich mit dieser Einstellung identifizieren. Sie verdeutlicht jedoch eine wichtige Perspektive: Kritik muss dich nicht immer entmutigen. Manchmal kann sie zu einer Motivation werden.

Viele Artists verspüren den natürlichen Drang, sich zu verbessern, zu lernen und über sich hinauszuwachsen. Konstruktives Feedback kann dabei ein wichtiges Hilfsmittel sein. Wir reden hier nicht von Hasskommentaren, die haben wir in den vorherigen Abschnitten bereits behandelt. Stattdessen geht es um Feedback, das blinde Flecken aufzeigt, Verbesserungsmöglichkeiten identifiziert oder konkrete Vorschläge macht, die dir bei deiner Weiterentwicklung helfen können.

Perfektion ist ein Mythos, und ihr hinterherzujagen sollte nicht dein Ziel sein. Wachstum ist jedoch immer möglich. Wenn du offen dafür bist, kann konstruktive Kritik dir helfen, deine Fähigkeiten zu verfeinern, dein Handwerk weiterzuentwickeln und zukünftige Releases zu verbessern.

Wenn du dich entscheidest, online gezielt nach konstruktiver Kritik zu suchen, kann es hilfreich sein, ein System dafür zu entwickeln, anstatt auf jede Meinung zu reagieren, die dir begegnet. Zum Beispiel:
  1. Lege bestimmte Tage oder Zeiten fest, an denen du Kommentare in deinen sozialen Medien oder auf Streaming-Plattformen durchsiehst, anstatt sie ständig zu überprüfen.

  2. Entscheide, zu welchen Bereichen du Feedback möchtest, sei es zu deinem Mix, deiner Produktion, deinem Gesang, deinem Songwriting oder deinem Gesamtsound.
  3. Konzentriere dich auf wiederkehrende Themen und Muster statt auf einzelne Meinungen.
  4. Achte besonders auf Feedback, das sich direkt auf deine Musik und deine kreative Arbeit bezieht, und blende Kommentare aus, die sich auf irrelevante Aspekte deiner Person beziehen.

Denk daran, dass Wachstum nicht bedeutet, deine künstlerische Identität zu verändern, nur um anderen zu gefallen. Du bist selbst dafür verantwortlich, wie sich deine Kunst entwickelt. Niemand sonst sollte dir vorschreiben, welchen Weg du dabei einschlägst.

Hast du das Gefühl, dass dich bestimmte Rückmeldungen dazu drängen, deine Identität oder deinen Sound zu verändern ist es vielleicht am besten, sie einfach zu ignorieren. Das Ziel ist, aus Feedback zu lernen, dich weiterzuentwickeln und weiterhin Musik zu machen, die sich für dich authentisch anfühlt.

6. Setze dein psychisches Wohlbefinden an erste Stelle

Selbst wenn du konstruktives Feedback strategisch und mit dem Ziel angehst, dich weiterzuentwickeln, kann ständige Kritik irgendwann überwältigend und emotional anstrengend werden. Wenn du ständig Kommentare darüber liest und analysierst, was du verbessern solltest, fragst du dich vielleicht irgendwann: „Gibt es überhaupt etwas, das ich richtig mache?“

Genau dann ist es besonders wichtig, Grenzen für deine Online-Aktivitäten zu setzen. Wenn das Lesen von Kommentaren dich mehr belastet, als dass es dir bei deiner Weiterentwicklung hilft, solltest du darüber nachdenken, wie oft du sie überprüfst. Gestalte deine digitale Umgebung außerdem so, dass sie einen gesunden Umgang mit Kritik ermöglicht und auch Raum für positive und inspirierende Inhalte lässt. Wenn du die Möglichkeit hast, kannst du auch jemanden bitten, dich bei der Moderation oder dem Community-Management zu unterstützen.

Und zögere nicht, eine Pause von den sozialen Medien zu machen, auch wenn dieser Ratschlag wie ein Klischee klingt. Algorithmen neigen dazu, Negativität, Empörung und Kontroversen zu verstärken. Dadurch kann es überraschend schnell passieren, dass Online-Räume emotional belastend oder sogar toxisch werden.

Schwierige Emotionen und herausfordernde Erfahrungen können zwar manchmal großartige Kunst inspirieren. Sich jedoch ständig entmutigt, ängstlich oder niedergeschlagen zu fühlen, kommt deiner Kreativität und deiner Musik auf lange Sicht selten zugute. Auf dich selbst und dein Wohlbefinden zu achten, ist deshalb wichtiger.

Kreatives Selbstvertrauen ist entscheidend für eine langfristig gesunde künstlerische Entwicklung. Es zu schützen, sollte deshalb genauso wichtig sein wie die Weiterentwicklung deiner Fähigkeiten oder die Promotion deiner Musik.

7. Baue eine Community rund um deine Musik auf

Eine der besten Möglichkeiten, mit Negativität umzugehen, ist, etwas Positives zu haben, auf das du dich stützen kannst. Das zeigt sich oft in Form eines unterstützenden Publikums und einer engagierten Community. Positives Feedback löscht negative Kommentare zwar nicht unbedingt aus, kann aber dabei helfen, sie in die richtige Perspektive zu rücken.

Das ist auch eine der größten Freuden beim Aufbau einer Fangemeinde: Menschen zu haben, die an dich glauben, sich mit deiner Musik identifizieren und bei jedem neuen Release wieder dabei sind. Es gibt ein Sprichwort, das besagt, dass manchmal schon eine einzige Person im Raum, die an dich glaubt, den Unterschied machen kann. Das gilt auch hier. Eine unterstützende Community kann helfen, kritische Stimmen auszugleichen.

Aus diesem Grund ist es wichtig, deine Community zu pflegen. Achte darauf, dich aufrichtig mit deinem Publikum auszutauschen, seine Unterstützung wertzuschätzen und dich auf echte Verbindungen zu konzentrieren, anstatt dich allein auf Viralität zu verlassen.

Mit der Zeit kann eine starke Community viel mehr sein als nur ein Publikum. Sie kann eine Quelle der Ermutigung, Motivation und Perspektive sein, wenn Selbstzweifel oder Negativität aufkommen.

Fazit: Lass dich nicht davon abhalten, deine Musik zu teilen

Ob es uns gefällt oder nicht: Negatives Feedback ist ein unvermeidlicher Teil davon, wenn wir unsere Musik mit der Welt teilen. Manches davon kann uns helfen, besser zu werden, während anderes uns ablenken, entmutigen oder einfach nur belasten kann.

Die Herausforderung besteht deshalb nicht darin, Kritik vollständig zu vermeiden. Vielmehr geht es darum, zu lernen, konstruktives Feedback von destruktiven Kommentaren zu unterscheiden, das anzunehmen, was deiner Entwicklung dient, und das loszulassen, was dir nicht weiterhilft. Natürlich ist das oft leichter gesagt als getan. Mit der Zeit, Übung und Erfahrung kann der Umgang mit Kritik jedoch zu einer Fähigkeit werden, die du genauso weiterentwickelst wie andere Bereiche deiner musikalischen Arbeit.

Am wichtigsten ist: Lass dich nicht von der Angst vor Kritik davon abhalten, deine Musik zu machen, zu teilen und zu veröffentlichen. Auch wenn manche Menschen schnell urteilen, kritisieren oder Negativität verbreiten, gibt es genauso viele Menschen, die nach Musik suchen, die sie anspricht, inspiriert oder einfach etwas in ihnen auslöst.

Es mag kitschig klingen, aber das, was du erschaffst, hat einen Wert. Es ist dein Beitrag zur Welt und deine Möglichkeit, etwas mit anderen zu teilen. Wenn du aus Angst vor Kritik darauf verzichtest, deine Musik zu veröffentlichen, bekommen Menschen, die sich vielleicht wirklich damit identifizieren könnten, nie die Chance, sie zu entdecken.

Bereit deine Musik zu veröffentlichen?

Vertreibe deine Musik auf der größten Anzahl von Streaming-Plattformen und Shops weltweit.

Jetzt loslegen
Teile diesen Artikel auf
Martina
Martina

Martina ist eine in Berlin ansässige Musikjournalistin und Spezialistin für digitale Inhalte. Sie begann im Alter von sechs Jahren Geige zu spielen und war zehn Jahre lang in der klassischen Musik tätig. Heute schreibt sie über Musik, die Industrie, Streaming und faire Bedingungen für Künstler*innen.