Skip to main content
Alle Blogposts

"Fast Berühmt": Professionelle Artists abseits des Mainstreams

  • Martina
  • 18 Dezember 2025, Donnerstag
Teile diesen Artikel auf
Skip to section:

Es gibt eine besondere Art von Musikkarriere, die abseits des Rampenlichts verläuft. Sie gehört Artists, die regelmäßig touren, Alben veröffentlichen und treue Fans haben – und trotzdem nie im Mainstream-Radio gespielt oder auf großen Festivals gefeiert werden.

In einer Kultur, die sich stark an Viralität und Metriken orientiert, kann es sich verwirrend anfühlen, in diesem Zwischenbereich zu sein. Ist es ein Sprungbrett zu mehr Bekanntheit, oder eine eigenständige Karriereform? Schauen wir uns an, was es heute wirklich bedeutet, abseits des Mainstreams erfolgreich zu sein.

Was bedeutet es wirklich, professionell abseits des Mainstreams zu sein?

Professionell abseits des Mainstreams zu sein bedeutet, eine Musikkarriere zu haben, ohne vom Mainstream anerkannt zu werden. Gemeint sind Artists, die Musik zu ihrem Lebenswerk machen – nicht nur zu einem Wochenend- oder Abendhobby – und dennoch außerhalb bestimmter Szenen oder Nischen-Communities weitgehend unbekannt bleiben.

Diese Artists zeichnen sich typischerweise durch Folgendes aus:

  • Sie veröffentlichen regelmäßig Musik auf Streaming-Plattformen

  • Sie haben eine stabile, oft beachtliche monatliche Fanbase

  • Sie verfügen über einen klar definierten Sound, eine Identität und eine künstlerische Vision

  • Sie sind in ihrem jeweiligen Genre respektiert oder einflussreich

  • Sie spielen regelmäßig Live-Shows und touren regional oder international

  • Sie erzielen Einkünfte aus ihrer Musik, auch wenn diese durch andere Tätigkeiten ergänzt werden

  • Sie pflegen direkte Beziehungen zu ihren Fans über Social Media, E-Mail oder Live-Shows

Was ihnen in der Regel fehlt, ist breite Bekanntheit:

  • Keine regelmäßige Radioairplay

  • Keine Chartplatzierungen

  • Begrenzte oder keine Berichterstattung in der Mainstream-Presse

  • Keine Marketing-Maschinerie großer Labels

Wichtig ist: „Fast berühmt“ zu sein sagt nichts über die künstlerische Qualität aus – und ist keinesfalls ein Zeichen von Scheitern. Viele erfolgreiche Artists außerhalb des Mainstreams verfügen über außergewöhnliche Lyrics, unverwechselbare Stimmen oder einen starken kulturellen Einfluss innerhalb ihrer Musik-Communities. Was ihnen fehlt, ist nicht Talent, sondern Massenreichweite.

Warum so viele Artists „fast berühmt“ sind

Die Gründe, warum viele Artists in diesem Zwischenbereich landen, sind komplex. Sie liegen größtenteils außerhalb der Kontrolle der Artists und hängen nur selten allein von Talent, Einsatz oder Professionalität ab.

Erstens hat der digitale Vertrieb viele traditionelle Hürden beseitigt. Heute können Artists ihre Musik weltweit veröffentlichen, ohne die Unterstützung eines Labels. Das ermöglicht mehr Menschen, eine unabhängige Musikkarriere aufzubauen. Gleichzeitig ist Aufmerksamkeit dadurch stärker fragmentiert als je zuvor. Millionen von Tracks konkurrieren um Fans – und es wird zunehmend schwieriger, aus der Masse herauszustechen.

Zweitens bleibt der Zugang zum Mainstream stark begrenzt. Radios, große redaktionelle Playlists und etablierte Festivals orientieren sich häufig an kommerziellen Kriterien statt an Qualität. Bevorzugt werden Artists mit starker finanzieller Rückendeckung, meist durch große Labels, mit engen Branchenkontakten oder nachweisbarer kommerzieller Zugkraft. Vorteile, über die die meisten unabhängigen Artists – unabhängig von ihrer Qualität – nicht verfügen.

Schließlich haben sich auch die Hörgewohnheiten verändert. Das Publikum orientiert sich zunehmend an Nischengenres, Subkulturen und Online-Communities statt an einer gemeinsamen Mainstream-Kultur. Das schafft Raum für nachhaltige, mittelgroße Karrieren, aber für deutlich weniger allgemein bekannte Stars.

Viele Artists befinden sich deshalb dauerhaft „auf der Kippe“: erfolgreich genug, um ihre Karriere fortzuführen, aber außerhalb des inneren Kreises der Branche.

Vorteile, als Artist abseits des Mainstreams professionell zu sein

Auch wenn es nicht in das traditionelle Bild von Erfolg passt, bringt es bedeutende Vorteile mit sich, fast berühmt zu sein – Vorteile, die oft übersehen werden.

1. Kreative Freiheit und künstlerische Kontrolle

Der vielleicht größte Vorteil ist, dass kein äußerer Druck besteht, sich an Trends und Industrieerwartungen anzupassen. Ohne die Erwartungen großer Labels oder algorithmusgesteuerter Anforderungen können solche Artists frei mit ihrem Sound, ihren Texten und ihrer künstlerischen Ausrichtung experimentieren. Sie sind nicht gezwungen, Trends zu folgen oder ihre Arbeit für ein möglichst breites Publikum zu gestalten.

Diese Freiheit ermöglicht eine echte künstlerische Entwicklung. Ein Indie-Folk-Artist kann elektronische Elemente einbauen, ohne sich Gedanken über die Marktausrichtung zu machen. Eine Metal-Band kann ein ruhiges, akustisches Album veröffentlichen, einfach weil sie es möchte. Die Musik bleibt der Vision de*r Künstler*in treu und wird nicht von kommerziellen Kalkulationen oder den Analysen von Streaming-Plattformen geprägt.

Die kreative Freiheit geht oft über die Musik selbst hinaus. Viele Artists behalten die Kontrolle über ihre visuelle Identität und das Branding, ihre Release-Strategien, Kollaborationen, und Tournee-Entscheidungen. Im Laufe der Zeit hilft ihnen diese Autonomie, eine Karriere aufzubauen, die bewusst gestaltet ist und nicht reaktiv entsteht – ein Schlüsselfaktor für langfristige Nachhaltigkeit.

2. Eine treue, kultische Fangemeinde

Die Beziehung zwischen professionellen Artists abseits des Mainstreams und ihrem Publikum unterscheidet sich oft grundlegend von der Mainstream-Fangemeinde. Diese Fans bleiben nicht wegen Hype-Zyklen oder viraler, aber flüchtiger Momente. Stattdessen bleiben sie, weil sie sich auf einer tieferen Ebene mit der Musik verbinden.

Das sind die Fans, die:

  • mehrere Shows auf einer Tour besuchen

  • Merch kaufen

  • Vinyl-Versionen sammeln

  • Crowdfunding- oder Mitgliedschaftsplattformen unterstützen

  • Musik organisch in ihrer Community teilen

  • sich intensiv mit der Arbeit de*r Künstler*in auseinandersetzen

Diese Art von Engagement bietet etwas Wertvolles: Stabilität. Während Mainstream-Artists einen schnellen Aufstieg und oft einen schnellen Abstieg erleben, profitieren Artists, die nicht berühmt sind, oft von kontinuierlicher Unterstützung durch Fans, die sich als Teil einer Insider-Community sehen.

3. Langlebigkeit der Karriere statt Viralität

So mächtig er auch sein kann, viraler Erfolg ist unvorhersehbar und oft nur von kurzer Dauer. Er kann genauso schnell verschwinden, wie er aufgetaucht ist. Viele Artists, die plötzlich berühmt werden, haben Schwierigkeiten, ihre Bekanntheit aufrechtzuerhalten, wenn die Aufmerksamkeit woanders hinwandert.

Ein fast berühmter Karriereweg folgt meist einem anderen Modell: gleichmäßiger Output, beständiges Touren und allmähliches Wachstum der Fanbase. So können Artists über Jahrzehnte kreativ sein und auftreten, anstatt nach einem einzigen Höhepunkt auszubrennen.

Erst vor ein paar Monaten sprach die walisische Sängerin MARINA (früher bekannt als Marina and the Diamonds) in einem CBS-Morning-Interview über ihre Karriere. Obwohl ihre Arbeit sehr einflussreich ist, beruht ihr Erfolg eher auf langfristigen Fanbeziehungen als auf ständiger Chartdominanz.

„Ich denke, dass Artists, die kommerziell sehr erfolgreich sind, Höhen und Tiefen erleben, während es bei mir stetig bergauf geht und ich mir diese Fanbase seit 15 Jahren aufgebaut habe“, sagte sie im Interview.

Auch Artists, die nie einen großen Durchbruch erleben, können eine erfüllte Karriere haben. Unzählige Indie-Artists touren konstant, veröffentlichen alle paar Jahre Alben und finanzieren sich durch Musik kombiniert mit verwandten Tätigkeiten wie Produktion, Unterricht oder Lizenzierung.

Nachteile, abseits des Mainstreams professionell zu sein

Trotz der Vorteile bringt diese Form von Karriere auch sehr reale, oft unterschätzte Herausforderungen mit sich.

1. Finanzielle Ungewissheit und berufliche Instabilität

Mit der Musik Geld zu verdienen bedeutet nicht automatisch, dass man genug verdient, um sich sicher zu fühlen. Die Kosten für Tourneen – inklusive Transport, Unterkunft, Ausrüstung, Verpflegung usw. – können leicht einen Großteil der Einnahmen aus Ticketverkäufen auffressen, vor allem bei Artists, die an kleineren Orten auftreten. Payouts aus Streaming-Diensten sind zwar hilfreich, reichen aber selten für ein nennenswertes Einkommen. Selbst bei Zehntausenden monatlichen Fans verdient man oft nur ein paar hundert Euro pro Monat durch Streaming.

Viele Artists dieser Art sind daher auf verschiedene Einnahmequellen angewiesen, wie etwa Teilzeitarbeit oder freiberufliche Tätigkeiten, das Unterrichten oder Anbieten von Workshops, Sessionarbeit, Produktion oder Songwriting für andere, oder Zuschüsse und öffentliche Gelder (sofern verfügbar). Professionelle Kunst zu schaffen, aber trotzdem auf zusätzliches Einkommen angewiesen zu sein, um über die Runden zu kommen, kann für manche frustrierend sein.

2. Das emotionale Gewicht des Vergleichs

Ein besonders schwieriger Aspekt ist psychologischer Natur. Wenn du miterlebst, wie andere den Durchbruch schaffen, kann das Selbstzweifel, Frustration oder das Gefühl auslösen, zurückgelassen worden zu sein.

Wenn ein Mitglied deiner früheren Band bei einem großen Label unterschreibt oder ein Artist, den du beeinflusst hast, in prominenten Playlists auftaucht, ist der Vergleich unvermeidlich: Was haben sie anders gemacht? Warum nicht du?

Die Betonung von Kennzahlen wie Follower, Streams und Ticketverkäufe verstärkt diesen Druck zusätzlich, während soziale Medien oft nur den Erfolg anderer ohne Kontext hervorheben.

Es ist leicht anzunehmen, dass alle anderen schneller vorankommen – auch wenn das nicht das ganze Bild ist. Ohne eine bewusste Neudefinition von Erfolg kann dieser ständige Vergleich die Motivation untergraben und sowohl deine mentale Gesundheit als auch deine kreative Leistung beeinträchtigen.

3. Begrenzter Zugang zu den Gatekeepern der Branche

Obwohl die Branche in vielerlei Hinsicht zugänglicher geworden ist, sind bestimmte Türen ohne institutionelle Unterstützung weiterhin schwer zu öffnen. Aufsehenerregende PR-Kampagnen, Plätze auf großen Festivals und prominente Platzierungen in redaktionellen Playlists erfordern oft Budgets und Netzwerke, über die unabhängige Artists nicht verfügen.

Das schafft versteckte Barrieren, die Talent allein nicht überwinden kann. Wachstum ist zwar nicht unmöglich, aber der Fortschritt erfolgt in der Regel langsamer und schrittweise und ist stark abhängig von einer selbstgesteuerten Strategie.

Abseits des Mainstreams bleiben: Ein echter Karrierewege in der Musik

Die Musikgeschichte ist voll von Artists, die einflussreiche Karrieren aufgebaut haben, ohne vom Mainstream anerkannt zu werden. Manche werden zu Kultfiguren innerhalb ihres Genres, andere prägen Szenen, sind Mentor*innen für jüngere Artists oder beeinflussen im Stillen zukünftige Trends.

Damien Jurado zum Beispiel hat seit Mitte der 1990er Jahre unglaubliche 34 Alben veröffentlicht, die von Kritiker*innen und Fans geschätzt werden, obwohl er außerhalb von Folkmusikkreisen weitgehend unbekannt ist. Seine Karriere zeigt, wie Beständigkeit, künstlerische Integrität und direkte Fanbeziehungen eine jahrzehntelange Karriere ermöglichen.

Ähnlich haben viele Shoegaze oder Post-Rock-Bands trotz bescheidener kommerzieller Erfolge eine treue Fanbase aufgebaut. Gruppen wie Slowdive erlangten Kultstatus, lange bevor sie Jahre später vom Mainstream anerkannt wurden.

Diese Beispiele zeigen: Einfluss wird nicht nur über Zahlen gemessen. Gleichzeitig gibt es Stories von Artists, die ausbrennen – oft, nachdem sie auf der Suche nach Mainstream-Anerkennung finanzielle Stabilität oder kreative Erfüllung geopfert haben.

Der Unterschied liegt selten im Talent. Viel häufiger bestimmen Erwartungen, Support-Systeme und Nachhaltigkeit den Erfolg.

Lektionen für unabhängige Artists heute

1. Erfolg jenseits von Charts und Metriken neu definieren

Der erste Schritt ist oft, sich von traditionellen Maßstäben zu verabschieden. Chartpositionen, virale Momente oder Follower-Zahlen können motivieren, sind aber keine verlässlichen Indikatoren für langfristigen Erfolg.

Wichtiger sind Fragen wie:

  • Kannst du weiterhin Musik zu deinen eigenen Bedingungen machen?

  • Findet deine Fanbase Gefallen an deiner Arbeit?

  • Ist deine Karriere nachhaltig, auch wenn sie nur langsam wächst?

Erfolg kann bedeuten, in einem ausverkauften Saal mit 300 Plätzen zu spielen, statt in einem Stadion im ganzen Land. Er kann bedeuten, dass deine Musik tausend Menschen tief berührt, statt eine Million oberflächlich zu unterhalten. Diese Neudefinitionen sind keine Trostpreise, sondern authentische Maßstäbe für den künstlerischen Einfluss, den Mainstream-Metriken oft nicht erfassen.

Diese Herangehensweise ist für Millionen von Artists eine legitime Karriereebene – und eine bedeutende Leistung, wenn Erfolg intern definiert wird.

2. Support ist wichtiger, als du denkst

Erfolg für sich selbst neu zu definieren, ist oft leichter gesagt als getan. Wir haben immer wieder festgestellt, dass der Zugang zu sinnvoller Unterstützung einen großen Unterschied machen kann – sowohl beruflich als auch persönlich.

Weltweit gibt es zahlreiche Organisationen, die unabhängige Artists mit finanzieller Beratung, psychologischer Unterstützung und Tools zur Karriereentwicklung fördern. Dazu gehören beispielsweise Helplines, kostenlose oder kostengünstige Beratung, Zuschüsse, professionelle Mentoring-Programme und Community-Support.

Einige hilfreiche Beispiele sind:

  • Independent Society of Musicians (ISM): Eine Berufsorganisation, die ihren Mitgliedern ein Musikverzeichnis für Networking und Jobmöglichkeiten, Rechtsberatung und Versicherungen bietet.

  • MusiCares: Bietet vertrauliche finanzielle, medizinische und persönliche Hilfe für Musikschaffende, die sich in finanziellen, persönlichen oder medizinischen Krisensituationen befinden.

  • New Music USA: Unterstützt Musikschaffende aller Genres durch Zuschüsse, Förderprogramme und Initiativen wie den New Music Creator Fund.

  • The Rising Artist Foundation: Eine gemeinnützige Organisation, die aufstrebenden Artists aus unterrepräsentierten Gemeinschaften pädagogische, finanzielle, kreative und professionelle Ressourcen zur Verfügung stellt.

3. Fokus auf den Aufbau einer nachhaltigen Musikkarriere

Heute ermöglichen Tools, die Karriere selbst in die Hand zu nehmen, ohne auf Mainstream-Genehmigung zu warten:

  • Direct-to-Fan-Plattformen wie Bandcamp steigern den Erlös pro Verkauf erheblich.

  • Abo-Modelle wie Patreon sichern ein regelmäßiges Einkommen durch engagierte Fans.

  • Nischen-Streaming-Plattformen verbinden Artists mit einem sehr engagierten Publikum, statt in einem übersättigten Mainstream zu konkurrieren.

  • Soziale Medien bieten globale Reichweite ohne Label-Vermittler.

  • Mailinglisten und direkte Kommunikation stärken die Beziehung zu bestehenden Fans.

Der Schlüssel: Diese Instrumente als Alternative zum Mainstream-Erfolg sehen, nicht als Sprungbrett dorthin. Nachhaltigkeit beruht oft auf Diversifizierung. Dazu gehören beispielsweise mehrere Einkommensströme statt eines viralen Hits, ein globales Nischenpublikum statt lokaler Sättigung, und ein kontinuierlicher Output statt gelegentlicher Durchbrüche. Dieser Ansatz belohnt Geduld, Planung, Anpassungsfähigkeit und langfristiges Denken – Eigenschaften, die auf lange Sicht mehr zählen als Glück.

4. Abseits des Mainstreams zu sein als strategischen Vorteil nutzen

Außerhalb des Mainstreams zu stehen, kann tatsächlich eine große strategische Stärke sein. Solche Artists zeichnen sich oft durch bestimmte Merkmale aus:

  • Authentisches Geschichtenerzählen und künstlerische Glaubwürdigkeit

  • Genre-übergreifende Kooperationen

  • Lizenz-, Synchronisations- und Auftragsarbeiten für unabhängige Filme, Videospiele und Werbespots, die authentische, nicht dem Mainstream entsprechende Klänge suchen

  • Bildungs-, Community- oder Workshop-basierte Projekte

Anstatt ausschließlich nach dem Massenpublikum zu streben, kannst du deine Karriere auf Identität, Vertrauen und langfristige Beziehungen aufbauen – Werte, die schwer zu kopieren und leicht zu unterschätzen sind.

Fazit: Die Macht, abseits des Mainstreams professioneller Artist zu sein

Das Paradoxe daran, fast berühmt zu sein, ist, dass es sich sowohl einschränkend als auch befreiend anfühlen kann. Diese Position kann sich je nach Perspektive und Umständen wie ewige Stagnation oder wie der ideale kreative Raum anfühlen. Sie bringt Stolz, Frustration und Unsicherheit gleichzeitig mit sich.

Es wird jedoch immer deutlicher, dass Mainstream-Ruhm nicht der einzige Weg zu einer erfüllten Musikkarriere ist. Für viele Artists liegt der Erfolg in Langlebigkeit, kreativer Freiheit und einer echten Verbindung zu ihren Fans.

In einer Branche, die sich ständig neu erfindet, ist der wichtigste Maßstab vielleicht nicht, wie bekannt dein Name ist – sondern wie lange und wie ehrlich du die Musik machen kannst, an die du glaubst.

FAQs

Professionelle Artist abseits des Mainstreams sind Menschen, die eine nachhaltige Karriere, eine eigene Marke und eine treue Fanbase aufgebaut haben, ohne kommerzielle Anerkennung im Mainstream zu finden. Solche Artists verdienen mit ihrer Musik ihren Lebensunterhalt und bleiben in ihrem Genre präsent, auch wenn sie nicht zu den bekanntesten Artists gehören oder nicht in den Top-40-Radios gespielt werden.

Ja. Obwohl die Einnahmen schwanken können, sichern sich viele solcher Artists langfristig ab, indem sie ihr Einkommen diversifizieren. Anstatt auf einen einzigen Mainstream-Hit zu setzen, kombinieren sie verschiedene Einnahmequellen:

  • Live-Auftritte: regelmäßige regionale oder internationale Tourneen und Merchandise-Verkäufe

  • Digitale Einnahmen: Streaming-Payouts und Direktverkäufe an Fans über Plattformen wie Bandcamp

  • Dienstleistungen für die Industrie: Lizenzierungen für Film oder TV, Sessionarbeit, Produktion oder Musikunterricht

Die Begriffe sind verwandt, aber nicht identisch. „Indie“ beschreibt ein Geschäftsmodell – Artists veröffentlichen Musik ohne großes Label. „Fast berühmt“ oder abeits des Mainstreams bezeichnet hingegen einen Karriere-Meilenstein: ein Artist, der dieses Modell erfolgreich auf ein professionelles, hauptberufliches Niveau gebracht hat.

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass alle fast berühmten Artists unabhängig sind. Viele von ihnen befinden sich in der „Mid-List“ großer Labels – sie erhalten professionelles Budget und Support, sind aber eher respektierte Nischenfiguren als bekannte Namen.

Ja, das ist möglich, aber unvorhersehbar und wird seltener. Einige schaffen den Sprung durch virale Momente, Lizenzen, wichtige Kollaborationen oder Veränderungen in kulturellen Trends. Erfolg im Mainstream hängt oft vom Timing, vom Zugang zur Industrie und von finanzieller Unterstützung ab – nicht nur vom Talent. Deshalb konzentrieren sich viele Artists, die nie groß rauskamen, lieber auf Nachhaltigkeit als auf den Durchbruch.

Das hängt von deinen persönlichen Zielen ab. Mainstream-Erfolg kann Sichtbarkeit und Einkommen bringen, geht aber oft mit weniger kreativer Kontrolle und höherem Druck einher. Viele unabhängige Artists finden mehr Erfüllung, wenn sie ohne Mainstream-Erfolg berühmt sind, indem sie künstlerische Freiheit, langfristige Fanbeziehungen und Karrierestabilität in den Vordergrund stellen. Den Charts hinterherzujagen ist nicht notwendig: Erfolg nach eigenen Maßstäben führt oft zu einer nachhaltigeren und befriedigenderen Karriere.

Ja. Berühmt zu sein, ohne Mainstream-Erfolg, kann eine bewusste und vorteilhafte Karrierewahl sein, weil sie kreative Freiheit und langfristige Stabilität ermöglicht. Mainstream-Ruhm unterliegt oft kurzlebigen Hype-Zyklen, während eine fast berühmte Karriere auf einem Fundament aus treuen Fans aufbaut, die über Jahre hinweg kontinuierliche Unterstützung leisten. Auf diesem Weg kannst du deinen Sound weiterentwickeln, ohne Angst haben zu müssen, ein großes, wankelmütiges Publikum zu verlieren oder den Interessen großer Labels zu unterliegen.

Bereit deine Musik zu veröffentlichen?

Vertreibe deine Musik auf der größten Anzahl von Streaming-Plattformen und Shops weltweit.

Jetzt loslegen
Teile diesen Artikel auf
Martina
Martina

Martina ist eine in Berlin ansässige Musikjournalistin und Spezialistin für digitale Inhalte. Sie begann im Alter von sechs Jahren Geige zu spielen und war zehn Jahre lang in der klassischen Musik tätig. Heute schreibt sie über Musik, die Industrie, Streaming und faire Bedingungen für Künstler*innen.

iMusician-Newsletter

Alles was du brauchst. Alles an einem Ort.

Hol dir Tipps zu Wie du als Künstler*in erfolgreich bist, sichere dir Rabatte für den Musikvertrieb und lass dir die neuesten iMusician-News direkt in deinen Posteingang schicken! Alles, was du brauchst, um deine Musikkarriere voranzutreiben.