Native Instruments wird von AKAI und dem Moog-Eigentümer inMusic übernommen
- Michele
- 12 Mai 2026, Dienstag
Nach Monaten der Ungewissheit rund um das Insolvenzverfahren hat Native Instruments offiziell einen neuen Eigentümer gefunden. Die Übernahme durch inMusic sichert nicht nur die Zukunft wichtiger Tools wie Kontakt, Massive und Komplete Kontrol, sondern schafft zugleich eines der größten Ökosysteme der Musiktechnologiebranche.
Native Instruments wird nach dem Insolvenzverfahren übernommen
Anfang des Jahres stellte das weltweit bekannte Musiktechnologieunternehmen Native Instruments mit Sitz in Berlin einen Antrag auf vorläufige Insolvenz. Im März 2026 folgte schließlich die formelle Insolvenz. Für viele Artists, die auf Software und Hardware des Unternehmens wie Kontakt, Massive, Reaktor, Guitar Rig oder Komplete Kontrol angewiesen sind, kam diese Nachricht überraschend und sorgte für große Verunsicherung.
Nun gab das Unternehmen bekannt, dass es von inMusic, dem Eigentümer von AKAI und Moog, übernommen wird. Nick Williams, CEO von Native Instruments, erklärt: „Nach drei Monaten harter Arbeit und drei Monaten außergewöhnlicher Loyalität von euch freue ich mich, euch mitteilen zu können, dass nun eine endgültige Vereinbarung zur Übernahme von Native Instruments durch inMusic unterzeichnet wurde.“
inMusic steht hinter zahlreichen bekannten Marken, darunter Akai Professional, Moog Music, Denon DJ, Numark, Rane und M-Audio. Die Übernahme baut auf einer Zusammenarbeit beider Unternehmen aus dem Jahr 2025 auf. Damals wurden unter anderem die NKS-Integration für Akai-Pro- und M-Audio-Controller sowie die Einführung von Native-Instruments-Sounds für die MPC-Standalone-Plattform umgesetzt.
Was die Akquisition für Artists bedeutet
Produzent*innen dürften sich nun fragen, was das für sie bedeutet. Williams erklärt: „Die Produkte, Plattformen und Marken, auf die ihr euch verlasst, bleiben bestehen. Native Instruments, iZotope, Plugin Alliance und Brainworx – all das bleibt erhalten. Unsere Teams entwickeln, liefern und supporten weiterhin jeden Tag.“
Nach Angaben von Native Instruments soll die Transaktion in den kommenden Wochen abgeschlossen werden. Bis dahin läuft der Betrieb wie gewohnt weiter. Jack O'Donnell, CEO von inMusic, erklärt: „Unser Engagement ist einfach: Wir werden weiterhin in alle Marken und Produktlinien investieren und uns langfristig auf Innovationen konzentrieren, die Kreativen auf allen Ebenen dienen. Die Tools, auf die du dich heute verlässt, werden weiterhin funktionieren, und die Tools, auf die du dich morgen verlassen wirst, werden gerade entwickelt.“
Aus geschäftlicher Sicht entsteht durch die Übernahme eines der größten integrierten Ökosysteme der Musiktechnologiebranche. Schon in wenigen Wochen werden Native Instruments, iZotope, Plugin Alliance, Brainworx, Akai Professional, Moog, M-Audio, Denon DJ, Numark und Rane unter einem Dach vereint sein. Gemeinsam decken sie alles ab – von Kontakt und Massive über MPC-Hardware und DJ-Systeme bis hin zu Synthesizern, Plugins und Produktionssoftware. Für Produzent*innen könnte dies die Tür zu einer tieferen Integration verschiedener Tools, Plattformen und Hardware-Ökosysteme öffnen, auch wenn das derzeit noch spekulativ ist.
Gleichzeitig spiegelt die Übernahme die zunehmende Konsolidierung der Musiktechnologiebranche wider. Immer mehr große Marken werden unter dem Dach weniger Konzerne gebündelt. Dadurch könnte sich eine ähnliche Marktdynamik entwickeln wie jene, die häufig an Adobes Dominanz in der Designbranche kritisiert wird.
Michele begeistert sich für Musik in den verschiedensten Formen, von Soulful House und Groovy Techno bis hin zu Alternative Rock, Dark Wave und vielem mehr. Mit Erfahrung in den Bereichen Produktion und Journalismus und einem wachsenden Interesse am DJing setzt sich Michele aus vielfältigen Perspektiven mit der Soundkultur auseinander. Zu den aktuellen Themen, die Michele interessieren, gehören Clubkultur, Musikentdeckung und -kuratierung, Tanz sowie die Auswirkungen von Musik auf Wahrnehmung und Gefühl. Michele schreibt auf Englisch.
33 % der Apple Music Uploads und 44 % der Deezer Uploads sind KI-generiert, aber hört das überhaupt jemand?
PRS for Music erzielt erstmals über 100 Millionen Pfund mit Live-Musik