Notes.fm startet „Credits.fm“, eine offene Datenbank für Musik-Credits
- Michele
- 08 Juli 2026, Mittwoch
Die Musikrechte-Plattform Notes.fm hat Credits.fm gestartet, eine kostenlose und offene Datenbank, die das Suchen und Überprüfen von Musik-Credits erleichtert. Erfahre, wie die Plattform funktioniert und wie Artists sowie Rechteinhaber*innen von der Nutzung profitieren können.
Notes.fm startet kostenlose Datenbank für Musik-Credits
Notes.fm ist eine Musikrechte-Plattform, die Artists und Rechteinhabende dabei unterstützt, fehlende Tantiemen zu identifizieren und zu beanspruchen. Dafür überprüft die Plattform Musik-Credits und Rechteinformationen über mehrere Datenbanken der Musikbranche hinweg.
Da Millionen von Releases und Einträge zu Mitwirkenden über verschiedene Rechte-Systeme verteilt sind, sind Credit-Informationen häufig fragmentiert und lassen sich nur schwer an einem einzigen Ort durchsuchen. Um dieses Problem zu lösen, hat das Unternehmen nun Credits.fm gestartet – eine kostenlose, durchsuchbare Datenbank, mit der User Tracking-Daten und Eigentumsinformationen suchen und abrufen können.
Notes.fm nutzt dieselben zugrunde liegenden Daten, um aktive Musikschaffende dabei zu unterstützen, über die Hauptplattform nicht beanspruchte Tantiemen zu finden. Credits.fm veröffentlicht den zugrunde liegenden Identifier-Graphen kostenlos, damit die gesamte Musikbranche (darunter Labels, Verlage, Vertriebe, Journalisten und sogar KI-Assistenten) darauf aufbauen kann.
Laut Notes.fm bleiben jedes Jahr Musik-Tantiemen im Wert von mehr als 1 Milliarde US-Dollar unbeansprucht, weil Credits fehlen oder fehlerhafte Informationen enthalten. Tim Luckow, Gründer und CEO von Notes.fm, erklärt:
„Die Musikbranche erreicht einen Moment, in dem Zuordnung wichtiger ist als jemals zuvor. Da KI-Systeme zunehmend ein größerer Bestandteil davon werden, wie Musik entdeckt, erstellt und monetarisiert wird, braucht es eine zuverlässigere Möglichkeit, Songs mit den tatsächlichen Menschen zu verbinden, die sie erschaffen haben, damit diese auch bezahlt werden können. Bessere Credits führen zu besseren Ergebnissen für die Kreativschaffenden, die Musik erstellen. Mit Credits.fm helfen wir dabei, ein jahrzehntealtes Problem zu lösen, genau zu einem Zeitpunkt, an dem es sich ohne entsprechende Lösungen exponentiell verschlimmern könnte.“
Die Plattform indexiert mehr als 150 Millionen Song-Codes, Aufnahmen, Kompositionen und Einträge von Mitwirkenden aus Musikrechte-Datenbanken, Verwertungsgesellschaften und Registern. User können nach Code, Songtitel oder Artist-Namen suchen oder einen Spotify- bzw. Apple-Music-Link einfügen, um ISRC-Aufnahmen, ISWC-Musikwerke, IPI-Codes von Songschreibenden und Verlagen, ISNI-Kennungen für kreative Mitwirkende, UPC-Album-Releases sowie Profile von Musikschaffenden zu finden. Entwickelnde können laut Angaben der Plattform über eine kostenlose REST-API und einen MCP-Server auf dieselben Daten zugreifen.
Die Plattform bezieht ihre Daten aus mehreren wichtigen Branchennetzwerken. Ein großer Teil der Songwriting-Credits und Eigentumsdaten stammt direkt vom Mechanical Licensing Collective (The MLC). Für die Verknüpfung von Aufnahmen und offiziellen Codes nutzt die Plattform offene Datenbanken wie MusicBrainz, CISAC und ISNI.org.
Die Plattform enthält außerdem direkte Navigationslinks zu Apple Music und Spotify, damit User Tracks einfach anhören und Streaming-IDs überprüfen können. Die eigentliche Musik und das Artwork bleiben jedoch weiterhin durch die jeweiligen Entwicklerbedingungen der Plattformen geschützt.
Wie unabhängige Artists von der Datenbank profitieren können
Für unabhängige Artists ist Credits.fm vor allem ein Werkzeug, um zu überprüfen, ob ihre Musikdaten und Credits über verschiedene Datenbanken hinweg vollständig und konsistent sind. Obwohl die Plattform selbst keine Tantiemen einsammelt, kann sie dabei helfen, fehlende oder fehlerhafte Informationen zu erkennen, die die Zuordnung von Credits und letztendlich auch die Auszahlung von Tantiemen beeinflussen können.
Die Datenbank kann außerdem für Artists hilfreich sein, die regelmäßig mit anderen Personen zusammenarbeiten, sowie für Menschen, die über Musik berichten. Produzierende, Songschreibende, Session-Musizierende und Verlage tragen häufig gemeinsam zu einem Release bei. Wenn diese Credits öffentlich durchsuchbar sind, wird es einfacher zu überprüfen, wer an einer Aufnahme beteiligt war.
Das kann nicht nur für Tantiemen relevant sein, sondern auch beim Aufbau eines professionellen Portfolios helfen und zukünftige Kooperationen erleichtern. Die Musikbranche wird zunehmend datenorientierter, und korrekte Credits sind längst nicht mehr nur administrative Details. Sie werden zu einem wichtigen Bestandteil dafür, wie Musik identifiziert, entdeckt, lizenziert und monetarisiert wird – sowohl über klassische Streaming-Dienste als auch über neue KI-gestützte Tools.
Michele begeistert sich für Musik in den verschiedensten Formen, von Soulful House und Groovy Techno bis hin zu Alternative Rock, Dark Wave und vielem mehr. Mit Erfahrung in den Bereichen Produktion und Journalismus und einem wachsenden Interesse am DJing setzt sich Michele aus vielfältigen Perspektiven mit der Soundkultur auseinander. Zu den aktuellen Themen, die Michele interessieren, gehören Clubkultur, Musikentdeckung und -kuratierung, Tanz sowie die Auswirkungen von Musik auf Wahrnehmung und Gefühl. Michele schreibt auf Englisch.