2025 Streaming erreicht 5,1 Billionen, aber fast die Hälfte der Tracks hat 10 Plays oder weniger
- Michele
- 30 Januar 2026, Freitag
Die Streaming-Landschaft wächst schneller als je zuvor, aber für die meisten Artists ist die Realität kompliziert. Im Jahr 2025 hat die Gesamtzahl der Streams 5,1 Billionen erreicht, aber die meisten Tracks wurden nur selten gespielt. In diesem Artikel erfährst du, was die Zahlen über die Konzentration des Publikums, die Entdeckung und die Strategien zum Aufbau einer treuen Fangemeinde sowohl online als auch offline aussagen.
Streaming-Zahlen vs. Track-Sichtbarkeit: Die Daten verstehen
Laut einem neuen Bericht von Luminate, der von Music Ally vorgestellt wurde, existiert eine große Diskrepanz zwischen der Anzahl an Tracks, die auf Musikstreamin-Plattformen verfügbar sind und der Anzahl an Tracks, die tatsächlich häufig gespielt werden.
Im Jahr 2025 erreichten die weltweiten On-Demand-Musik-Streams 5,1 Billionen, 9,6% mehr als im Vorjahr. Die Hörerschaft streamte über rund 253 Millionen einzelne Tracks (ISRCs). Allerdings war die Häufigkeit der Streams pro Track extrem ungleichmäßig. Rund 120,5 Millionen Tracks erhielten zwischen null und zehn Streams, und 88% aller Tracks erhielten 1.000 Streams oder weniger. Dagegen wurden nur etwa 541.000 Tracks häufig gestreamt, während Tracks mit 1 Million bis 50 Millionen Streams 49,4 % des gesamten Streaming-Volumens ausmachten. Nur 29 Tracks erreichten im Jahr 2025 mehr als eine Milliarde Streams. Was können wir aus diesen Daten mitnehmen und was bedeutet das für Künstler*innen?
Zunächst einmal ist es wichtig festzustellen, dass die insgesamt wachsenden Zahlen für Artists irreführend sein können. Es stimmt zwar, dass der Gesamtkonsum weiter steigt, allerdings wird nur ein relativ kleiner Anteil der Tracks häufig gehört. Obwohl es noch nie so einfach war, Musik zu machen und zu releasen, bleibt es eine Herausforderung, ein Publikum aufzubauen und zu halten. Das führt dazu, dass eine große Anzahl an Tracks auf den Plattformen verfügbar ist, ohne jemals wirklich ein Publikum zu finden.
Das liegt zum Teil daran, dass sich die Art und Weise, wie Musik entdeckt wird, verändert hat. Algorithmen, Playlists und Social Media bestimmen zunehmend, welche Tracks ein Publikum erreichen, wodurch sich die Macht auf Plattformen und Vermittler verlagert. Infolgedessen verpassen Fans kleinere Artists oder Musik, die von den Algorithmen nicht erfasst wird, auch wenn ihre Qualität gut ist.
Diese Dynamik trägt zur Aushöhlung der mittleren Tarifstufe des Marktes bei. Statt eines breiten Spektrums mäßig erfolgreicher Releases polarisiert sich die Landschaft immer mehr: Tracks schaffen entweder den großen Durchbruch oder bleiben weitgehend unsichtbar, und es gibt immer weniger nachhaltige "Zwischenergebnisse". Die gleichen Plattformen bieten jedoch auch eine beispiellose globale Reichweite und Tools für den Aufbau eines Publikums, was zeigt, dass der Erfolg weniger durch den Zugang als vielmehr durch die aktuelle Art der Musikentdeckung und Positionierungsstrategien eingeschränkt wird.
Was die Streaming-Landschaft für Artists bedeutet
Was bedeutet all dies für Artists? In der Praxis geht es beim Erfolg im Streaming-Zeitalter vor allem darum, die Sichtbarkeit zu steuern. Der Aufbau eines Publikums erfordert zunehmend die strategische Nutzung von Plattformen, Communities und Storytelling, die über die Musik selbst hinausgehen, während es wahrscheinlich nicht ausreicht, sich auf passive Entdeckung zu verlassen.
Gleichzeitig schaffen der globale Vertrieb und Direct-to-Fan-Tools echte Chancen für den Aufbau eines Nischenpublikums und nachhaltige Karrieren außerhalb der Mainstream-Hitökonomie. Genau deshalb sind Offline-Aktivitäten wie Live-Shows, Kooperationen und lokale Netzwerke nach wie vor entscheidend für den Aufbau einer treuen Fangemeinde und von Kontakten zur Branche. Sie bieten sowohl finanziellen Support als auch einen Weg zum Wachstum, der die digitale Präsenz ergänzt.
Letztendlich liegt der Schlüssel für Artists darin, die Online-Reichweite mit dem Engagement in der realen Welt zu kombinieren, um sich in einer überfüllten und wettbewerbsintensiven Landschaft abzuheben. Das bedeutet auch, dass man sich darüber im Klaren sein muss, wohin sich die Branche entwickelt, und dass man sich an Veränderungen anpassen muss. Bist du neugierig, was als Nächstes kommt? Lies unseren Artikel über den Stand der Musikindustrie im Jahr 2026, um zu erfahren, welche Trends das kommende Jahr prägen werden.