5 Schritte wie ich einen Track richtig fertigstelle | iMusician Skip to main content
Alle Blogposts

5 Schritte wie ich einen Track richtig fertigstelle

  • 25 Februar 2016, Donnerstag

Stille ist manchmal goldwert. Aber nur manchmal. Bevor du deinen Mix zum Audio-Mastering rausschickst, gibt es 5 Schritte, die du befolgen solltest, um die bestmöglichen Resultate zu erhalten. Es hat mich immer unglaublich geärgert, wenn meine Masterversionen zurückkamen und auf einmal war ein kleiner Fehler, den ich gemacht hatte, laut und deutlich zu hören. Zuerst suchte ich die Schuld bei allen anderen. Nach und nach aber kam ich zu dem Schluss, dass allein ICH schuld war. Ich machte beim Abmischen Fehler, die behoben werden mussten. Mache nicht die gleichen Fehler wie ich. Folge diesen 5 Anweisungen zum richtigen Fertigstellen deiner Tracks.

Räume deine Wohnung auf

Wenn du einen Track kreierst, dann erschaffst du genauso auch den Raum, in dem er sich aufhält. Sei also nicht faul und lasse deine Wohnung nicht unaufgeräumt, bevor du Besuch zu dir nach Hause einlädst. Räume deinen Mix auf:
  1. Checke deine Bearbeitungspunkte – Überprüfe deinen Mix noch einmal und sieh dir alle Stellen an, an denen du während der Mixing-Phase Bearbeitungspunkte gesetzt hast. Höre dir die bearbeiteten Stellen genau an. Deine Fades sollten nahtlos ineinander übergehen und es sollte keine abrupten Stopps oder Dropouts geben. Wie bei einem Haarschnitt ist ein weicher Fade der bessere Fade.
  2. Schalte deine Tracks auf Solo – Höre dir jeden Titel einzeln an. Stelle sicher, dass du sie richtig ein- und ausgefaded hast. Das sind die kleinen Dinge, die du nach dem Exportieren nicht mehr beheben kannst. Gehe also ganz sicher und überprüfe alles noch einmal, bevor es zu spät ist.
  3. Bringe den Müll raus – Nimm alle Plopgeräusche heraus, jedes Piepen und Rauschen, alle Klicks, die sich in deinen Mix eingeschlichen haben könnten. Das ist deine letzte Chance, all die kleinen Klangfehler (sog. Artefakte) zu entfernen. Überprüfe jeden Track im Solo-Modus. Sei gründlich. Durch das Mastering können diese ungewollten Geräusche verstärkt und vergrößert werden. Es ist also besser, ganz sicher zu gehen, als später etwas bereuen zu müssen.

Lasse genügend Headroom

Du solltest während der Mixing-Phase immer an den Headroom  denken. Wenn es in Richtung Projektabschluss geht, sollte man aber sowieso noch einmal darauf achten.Um das Meiste aus deinem Mastering-Tool herausholen zu können, ist dieser Schritt der wichtigste. Man sollte immer etwas Raum lassen, normalerweise um die 6 dBFS zwischen '0' und dem lautesten Abschnitt deines Tracks. Geheimtipp:  setze keinen Limiter auf den Masterbus an. Darum kümmert sich das Mastering. Das Gleiche gilt fürs Dithering

Am Anfang...

Das Erste, was du hören solltest, wenn dein Track beginnt, ist Stille. Irritiert? Ich erklär's dir. Das Mastering braucht Platz zum Arbeiten. Lasse also am Anfang deines Tracks einen Takt lang eine höfliche Stille stehen. So hast du außerdem die Möglichkeit, dein Intro oder dein Fade-In auch später noch zu verändern, wenn du findest, dass deine Originalversion doch nicht funktioniert hat.

Und am Ende

Wenn dein Track zu Ende geht, ist das Letzte, was du hören solltest, wieder Stille. Lasse also auch am Ende deines Tracks einen Takt Stille stehen. Sogar noch nach dem Fade-Out solltest du eine Stille setzen. So gehst du sicher, dass alle deine Reverbs und Delays genügend Platz haben, um vollständig auszufaden. Delays und Reverbs werden sehr viel länger klingen, als der Sound, auf den sie gelegt wurden. Sei dir also dessen bewusst, wie genau sie ausklingen. Es gibt nichts schlimmeres, als einen abgeschnittenen Delay-Effekt am Ende deines Tracks.

Geheimtipp: verwende Kopfhörer, um absolut sicher sein zu können, wo deine Reverb- und Delay-Fahnen aufhören.

Lerne in unserem Wie-mixt-man-Musik-Guide mehr darüber, wie man Reverb- und Delay-Effekte einsetzt. Ein bisschen Stille ist außerdem gut, damit die Hörer einen Moment Zeit haben, darüber nachzudenken, wie sehr sie gerade deinen Song genossen haben. :)

Nur Zuhören

Setze dir Kopfhörer auf und höre dir deinen GESAMTEN Song von vorne bis hinten an. Oder besser noch, hör ihn dir zweimal an. Es ist deine letzte Chance, absolut sicher zu gehen, dass wirklich alles stimmt.Achte beim ersten Durchhören auf all die technischen Besonderheiten, die ich oben aufgeführt habe – Klangfehler, Fades, Bearbeitungspunkte, Reverb- und Delay-Fahnen.

Geheimtipp: vergiss nicht, dass in den meisten DAW's die Reverb- und Delay-Fahnen nicht automatisch 'Am Raster einrasten'.

An diesem Punkt kannst du sicher sein, dass deine Wohnung aufgeräumt ist. Und jetzt höre dir den Song noch einmal an. Sei dabei aber objektiv. Sei jetzt kein Mixing-Ingenieur mehr, sondern genieße die Musik. Macht dein Track alles das, was du von ihm verlangst? Und klingt perfekt, überall da, wo er soll? Tut er das? Perfekt. Jetzt bist du fertig, und zwar 'richtig' fertig.

Bereit zum Mastern

Dein Track ist jetzt hochglanzpoliert und aufs Mastering vorbereitet. Ohne alle die Fehler, die ich immer gemacht habe. Lass dich nicht aufhalten und mastere drauflos. Denn Freunde lassen ihre Freunde keine ungemasterte Musik veröffentlichen.

Share this article on
iMusician-Newsletter

Bleib auf dem Laufenden

Bleib immer auf dem Laufenden über die neuesten Musikbusiness-Nachrichten, Tipps, Tricks und Tutorials. Alles, was du brauchst, um deine Musikkarriere zu fördern – direkt in deinem E-Mail-Posteingang.

Loading...