Luminate: Zuwachs bei nicht-englischsprachiger und internationaler Musik in den USA
- Michele
- 30 Juni 2026, Dienstag
Neue Daten von Luminate zeigen, dass der Musikkonsum in den Vereinigten Staaten zunehmend internationaler wird: Menschen in den USA streamen mehr nicht-englischsprachige und nicht aus den Vereinigten Staaten stammende Artists als je zuvor. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Sprache und geografische Herkunft zunehmend weniger Hindernisse für Sichtbarkeit und Reichweite darstellen.
Luminate: US-Hörer*innen streamen mehr internationale Musik
Laut einem neuen Bericht von Luminate öffnet sich der US-Musik-Streaming-Markt zunehmend für Musik, die nicht auf Englisch ist und nicht von US-amerikanischen Artists stammt. Zwar machte englischsprachige Musik im ersten Quartal 2026 weiterhin 86 % aller On-Demand-Audio-Streams in den USA aus, doch entspricht dies einem Rückgang gegenüber 88,1 % im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Gleichzeitig gewinnt nicht-englischsprachige Musik weiterhin an Bedeutung.
Ein großer Teil des Wachstums bei nicht-englischsprachiger Musik ist auf spanischsprachige Releases zurückzuführen, die inzwischen 9,5 % aller Musik-Streams in den Vereinigten Staaten ausmachen. Luminate stellte außerdem fest, dass mittlerweile mehr als die Hälfte der US-Hörer*innen in irgendeiner Form lateinamerikanische Musik hört, ein Anstieg gegenüber 41 % Anfang 2024.
Der Bericht hebt Artists wie Bad Bunny hervor, dessen Auftritt in der Halbzeitshow des Super Bowls Anfang dieses Jahres dazu beitrug, dass lateinamerikanische Musik in den USA eine Rekordwoche bei den Streams verzeichnete. Auch koreanischsprachige Musik gewinnt weiter an Popularität.
Die Daten deuten darauf hin, dass Menschen in den Vereinigten Staaten zunehmend offen für Musik außerhalb ihres eigenen Landes und ihrer eigenen Sprache sind, anstatt sich ausschließlich auf lokale oder englischsprachige Releases zu konzentrieren.
Jamie Marconette, VP of Music Insights bei Luminate, erklärt:
„Da Bad Bunny nach seinem historischen Auftritt in der Super-Bowl-Halbzeitshow weiterhin auf der Erfolgswelle schwimmt und BTS wieder vollständig durchstartet, ist selbst für gelegentliche US-Musikhörende klar, dass ein kultureller Wandel stattfindet. Die Branche ist globaler denn je, wodurch internationale Artists eine Bekanntheit erreichen können, die früher hauptsächlich englischsprachigen Acts vorbehalten war.“
Was können Artists aus den Luminate-Daten schließen?
Für unabhängige Artists außerhalb der USA oder Artists, die Musik in anderen Sprachen als Englisch veröffentlichen, bedeutete der Einstieg in den US-Markt bisher häufig, Musik auf Englisch zu veröffentlichen oder sich an westliche Pop-Trends anzupassen. Die Daten von Luminate jedoch deuten darauf hin, dass dies zunehmend weniger notwendig wird – nicht nur, weil Streaming-Plattformen die Entdeckung internationaler Musik erleichtern, sondern auch, weil die Vorlieben der Hörenden vielfältiger werden.
Für unabhängige Artists könnte diese Entwicklung eine der größten Hürden beim Erreichen des US-Marktes, einem der wichtigsten Musikmärkte weltweit, verringern. Englischsprachige Musik dominiert zwar weiterhin das Streaming, doch die Daten zeigen ein sprachlich vielfältigeres Publikum, darunter eine große spanischsprachige Bevölkerung, die bereits in den USA lebt. Dadurch wird nicht-englischsprachige Musik zunehmend Teil des Mainstreams und ist nicht mehr ausschließlich auf bestimmte Regionen oder Nischenpublikum beschränkt.
Gleichzeitig hat Streaming die Art und Weise verändert, wie Musik entdeckt wird. Anstatt sich hauptsächlich auf Radio oder die Promotion großer Labels zu verlassen, können Artists Menschen heute über Playlists, soziale Medien und Empfehlungssysteme erreichen. Dadurch ist es einfacher geworden, dass Musik internationale Grenzen überschreitet, auch wenn die Sprache weiterhin beeinflusst, wie weit sie sich verbreitet.
Diese Veränderungen spiegeln sich auch darin wider, wie sich Streaming-Plattformen langsam anpassen. Apple Music hat beispielsweise Funktionen wie Songtextübersetzungen und Aussprachehilfen eingeführt, um den Zugang zu Songs in verschiedenen Sprachen zu erleichtern. Diese Features sind ein kleines, aber deutliches Zeichen dafür, dass sich Streaming an die Art und Weise anpasst, wie Musik heute konsumiert wird.
Michele begeistert sich für Musik in den verschiedensten Formen, von Soulful House und Groovy Techno bis hin zu Alternative Rock, Dark Wave und vielem mehr. Mit Erfahrung in den Bereichen Produktion und Journalismus und einem wachsenden Interesse am DJing setzt sich Michele aus vielfältigen Perspektiven mit der Soundkultur auseinander. Zu den aktuellen Themen, die Michele interessieren, gehören Clubkultur, Musikentdeckung und -kuratierung, Tanz sowie die Auswirkungen von Musik auf Wahrnehmung und Gefühl. Michele schreibt auf Englisch.