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Soll ich meine Musik auf YouTube veröffentlichen?

  • 07 Februar 2014, Freitag
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Youtubegema1600

Soll ich oder soll ich nicht meine Musik auf YouTube veröffentlichen? Die Frage hat weniger mit finanziellen Überlegungen, als mit der grundsätzlichen Einstellung der Musikindustrie gegenüber zu tun.

Es gab eine Zeit, in der Künstler ausschließlich bei Live-Konzerten die Möglichkeit hatten, sich einem Publikum zu präsentieren. Eine Zeit vor Tonbandgeräten oder sonst einer Form von Medium, auf die man die Musik hätte bannen können, um sie anschließend zu vermarkten. Wenn sich heute also jemand über die sinkenden Umsätze, die auf dem physischen Tonträgermarkt erzielt werden, beschwert, sollte sich daran Erinnern, dass es einst gar keinen physischen Markt gab.

Das schwarze Schaf der Tonträger-Industrie war lange Zeit YouTube: Ein Konzern, der Milliardenumsätze mit Werbung erzielt, speist die Künstler, deren Musik dafür verantwortlich ist, mit Kleinstbeträgen ab, so der Vorwurf. Kleinstbeträge pro Stream, wohlgemerkt. Das bedeutet automatisch: Je mehr Streams, desto höher die Tantiemen für die Künstler. Klar, bis diese einen signifikanten Wert erreichen, muss exzessiv gestreamt werden und das über einen langen Zeitraum. Die Pro-Stream-Raten von YouTube erscheinen auf den ersten Blick noch mickriger als die der Streaming-Dienste. Eine einheitliche Zahl zu finden, ist unmöglich – zu viele Faktoren beeinflussen die letztendliche Ausschüttungssumme. Bei Streaming-Diensten sind einige dieser Faktoren: das Land, in dem der Stream getätigt wurde, die Provision, die der Digitalvertrieb behält, die Art des Streams – Premium oder werbefinanziert –, etc. YouTube ist noch intransparenter, wenn es darum geht, die Zusammensetzung der Tantiemen zu erläutern. Dennoch: Je mehr Streams ein Künstler akkumuliert, desto höher die Tantiemen.

Nicht zuletzt Acts wie Baauer haben gezeigt, welches finanzielle Potenzial YouTube birgt: Baauers Song „Harlem Shake“ mauserte sich Anfang 2013 zu einer Goldgrube für den Produzenten. Und das lag in erster Linie nicht einmal an der Beliebtheit des Songs. Vor allem die unzähligen Parodien von Fans, von denen einige weit mehr Views generierten als das Original, warfen eine Menge Werbeeinnahmen für Baauer ab – dem Content-ID-System von YouTube sei Dank. Man kann über Jahre beklagen, dass die Pro-View-Beträge, die YouTube ausschüttet, gering sind. Oder man erkennt, dass es auf Masse ankommt und erstickt ein vielversprechendes Geschäftsmodell nicht bereits im Keim, bevor es sich überhaupt etablieren kann. Auch iMusician Digial wertet ab Mitte Januar 2014 Meta- und Audiodaten über das Content-ID-System von YouTube aus.

Umdenken gefordert

Dass ein Song überhaupt über einen längeren Zeitraum Umsätze generiert, ist ein Novum des Streaming-Zeitalters. Selbst Downloads konnten dies nicht für sich beanspruchen, im Gegenteil. Ein Download verliert – ebenso wie jedes physische Produkt – mit der Zeit an Wert:

Labels und Künstler veröffentlichen immer wieder ihre Abrechnungen, mit Hilfe derer man sich ein Bild über die Höhe der Pro-Stream-Vergütung von YouTube machen kann. Einer der niedrigsten Werte, auf die man kommt: 0,001 Cent pro Stream. Bei einer Million Streams wären das 1000 Euro. Zum Vergleich: Ein Song kostet bei iTunes 99 Cent, etwa 70 Prozent davon erhält der Künstler. Der Song wirft jedoch nur einmal Geld für den Künstler ab. Beim Erstkauf ist er also etwa 70 Cent wert, nach 100 Plays jedoch nur noch 0,7 Cent. Meine absoluten Lieblingssongs sind nach dieser Rechnung also weniger wert als ein Fehlkauf, den ich mir nur einmal anhöre.

Die Frage, ob ich meine Songs also über YouTube veröffentliche oder nicht, hängt mit der Einstellung zusammen, die ein Künstler hegt. Wenn ein Thom Yorke das Geschäftsmodell Streaming kritisiert, dann liegt das daran, dass er die Hochphase der Musikindustrie miterlebt hat. Aber war in dieser Phase Musik tatsächlich mehr wert? Oder hatten einige Konzerne schlicht dermaßen viel Kontrolle über die Musik, dass sie – übertrieben gesagt – verlangen konnten, was sie wollten? Ein Thom Yorke ist nicht repräsentativ, wenn man die Meinung der weltweiten Künstler-Community einholen möchte.

Was würde eine Newcomer-Band ohne Marketing-Budget eines Majors wohl auf die Frage antworten, ob sie mit den 1000 Euro im Monat, die sie mit zehn Musikvideos auf YouTube verdient, zufrieden ist? Wahrscheinlich: Ja. Für einen Newcomer ist jede Form, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren, Gold wert – im übertragenen Sinne, denn Geld kommt, wie man sieht, nicht viel rum, solange man einen bestimmten Bekanntheitsgrad nicht erreicht hat. Den erreicht man aber nicht, indem man sich dazu entschließt, seine Songs ausschließlich über iTunes zu verkaufen und das Promo-Tool YouTube nicht zu nutzen.

YouTube: Wichtigste Quelle für Musik weltweit

Die Branche als Ganzes gesehen, hat sich dazu entschieden, die neuen zugangsbasierten Geschäftsmodelle zu begrüßen. Welche Alternativen hat sie auch? YouTube ist die wichtigste Quelle für den Musikkonsum weltweit. Mehr als eine Milliarde Unique Visits pro Monat, mehr als sechs Milliarden Stunden Videos werden monatlich über YouTube konsumiert, jede Minute werden 100 Stunden Videomaterial auf YouTube hochgeladen. Die Video-Plattform erreicht derart viele Menschen über sämtlichen Geräte, dass sich das Werbegeschäft für Major-Firmen immer auszahlt, egal wie viele Songs unrechtmäßig hochgeladen werden.

Doch nicht nur die Majors, Labels wie Selfmade Records (HipHop), Kontor oder Armada Music (Dance) kreieren ihre eigenen Channels und partizipieren über das Partnerprogramm von YouTube an den Werbeeinnahmen, was sich umso mehr auszahlt, je besser und zahlreicher die Channels sind (Siehe auch: Optimierung deines YouTube-Kanals). Im nächsten Monat finden Sie hier außerdem einen Beitrag zu den Empfehlungs-Funktionen bei YouTube: Was bringt es, mit seinem Video einen prominenten Platz in den YouTube-Empfehlungen zu belegen und kann man das als Rechteinhaber beeinflussen?

Ein Kreis schließt sich

Künstler, die heute anfangen, Musik zu machen, rechnen nicht damit, über den Verkauf selbiger reich zu werden. Im Prinzip schließt sich hier ein Kreis, denn vor der Erfindung des Tonbandgeräts, ging es den Musikern genauso. Wenn man heute jedoch bekannt wird, hat man zusätzlich zum Live-Geschäft mehr Einnahmequellen als je zuvor zur Verfügung. Und diese werden mit der Zeit und steigender Beliebtheit des Künstlers lukrativer. Das ist doch eine natürlich Entwicklung, an die man sich vielleicht erst wieder gewöhnen muss, weil jahrzehntelang eine unnatürliche Entwicklung dafür gesorgt hat, dass Musik nicht unbegrenzt zur Verfügung stand.

Du hast weitere Fragen über Youtube ? Hier findest du drei zusätzliche Artikel auf unserem Blog:

Youtube für Musiker: 7 Tipps, um mehr Views zu bekommen

YouTube Monetarisierung

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