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ETEP: die Crème de la Crème unter den Förderprogrammen

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Etep

Es gab eine Zeit, in der Künstler in erster Linie Live-Darsteller waren. Bevor Tonbandgeräte und Presswerke für Schallplatten Einzug hielten, als es keine physischen Medien gab, um Musik zu transportieren. Nun, in vielerlei Hinsicht ist heute alles wie damals. Physische Tonträger verlieren rasant an Bedeutung. Gleichzeitig weigert sich die Musikbranche, neue und revolutionäre Technologien zu akzeptieren, die das Potenzial haben, ungeahnte Umsätze freizulegen. Daher sind Künstler einmal mehr von Live-Einnahmen abhängig. Werfen wir also einen Blick darauf, wie ihr euch in der Europäischen Festival-Landschaft einen Namen macht.

Wir sind Förderprogrammen gegenüber allgemein skeptisch gestimmt, es gibt jedoch eines, das hervorsticht: das European Talent Exchange Program (ETEP). Die Initiative verschafft euch nicht nur Gigs auf einigen der schönsten Festivals, sondern auch Sendezeit bei Radiostationen auf dem gesamten Kontinent. My Baby, Aurora, Benjamin Clementine, Birth of Joy, Coely, Ewert and the Two Dragons, Hozier, Ibeyi, Jungle, Milky Chance, Seinabo Sey, SOAK, Vök und Years & Years sind nur einige Namen, die durch ETEP einen Karriereschub erfahren haben. Wir sprachen mit ein paar von ihnen sowie mit einigen Festivalveranstaltern, die eine Partnerschaft mit ETEP eingegangen sind. Schließlich profitieren sie von jungen Talenten mindestens genauso viel, wie Nachwuchskünstler von Festival-Auftritten. Im Folgenden lernt ihr alles, was ihr über die Teilnahme an dem Förderprogram wissen müsst.

100 Partner-Festivals

Alles beginnt jedes Jahr im Januar, beim Eurosonic Noorderslag in Groningen, Holland. Halt: Genau genommen beginnt es schon Monate vorher, wenn die ersten Bands sich um einen Auftrittsplatz bei dem Showcase Festival bewerben. Wir haben euch bereits erklärt, wie ihr so eine Bewerbung am besten angeht. Wir werden in diesem Artikel also nicht auf euren Schlachtplan eingehen, sondern setzen voraus, dass ihr über eine gute Band, einen Manager sowie – und das ist am aller Wichtigsten – eine Strategie verfügt. Ist das der Fall, stehen eure Chancen auf einen Gig beim Eurosonic sehr gut (die Macher hören sich wirklich jede Einsendung an). Und wenn das passiert, befindet ihr euch auf dem Radar von etwa 100 Festival-Veranstaltern aus mehr als 30 Ländern, die alle nach Groningen kommen, um Künstler und Bands für die kommende Festival-Saison zu finden: Paléo, Gurtenfestival und OpenAir St.Gallen in der Schweiz, Chiemsee Summer, Melt! und Rock am Ring in Deutchland, Frequency in Ästerreich, Open’er in Polen und viele mehr.

Die Veranstalter ziehen jede Nacht während Eurosonic Noorderslag durch die Clubs Groningens und buchen auf der Stelle Acts, die sie auf ihrem Festival sehen möchten. Dieses Prinzip führte zwischen 2003, als ETEP ins Leben gerufen wurde, und 2015 zu insgesamt 2690 Auftritten von 972 Europäischen Künstlern aus 31 Ländern auf 95 Festivals. Dieses Jahr ist Aurora erfolgreichste Künstlerin mit insgesamt 13 Festival-Buchungen, gefolgt von Blossoms mit 11, Soom T und Liima mit jeweils acht sowie Nothing But Thieves, Mura Masa und Amber Arcades mit jeweils sieben Gigs. Künstler, die für ETEP auserwählt werden, erhalten nicht nur Festival-Anfragen, sondern auch Radio-Anfragen. Darauf solltet ihr vorbereitet sein.

Künstlermeinung

Aurora sagte über ETEP: „Für mich gibt es nichts wichtigeres, als meine Musik über Live-Auftritte zu verbreiten. Ich denke, ETEP leistet brillante Arbeit! Es verhilft Künstlern  Festival-, Radio- und Medienauftritten in ganz Europa, gerade in der Anfangsphase, wo Künstler es am meisten benötigen. Wenn man bedenk, dass ich dieses Jahr auf ziemlich vielen ETEP-Festivals aufgetreten bin, habe ich mit Sicherheit davon profitiert. Es hat mich in die Lage versetzt, eine Menge unterschiedliche Länder zu besuchen und tatsächlich in jedem einzelnen Menschen zu begrüßen, die wegen uns gekommen sind. Ich bin sehr dankbar.“

Cato van Dijck, Sängerin der holländischen Band My Baby, hat in diesem Jahr sechs Buchungen von ETEP-Festivals erhalten. Sie sagt: „Wir sind sehr glücklich mit der Unterstützung durch ETEP. Sie haben zu unserem Erfolg beigetragen, indem sie ihr Vertrauen in uns gelegt haben. Sie können ihre Festival-Partner davon überzeugen, uns zu buchen. Sie geben uns auf natürliche Art und Weise einen Extraschub, so dass wir unsere Glaubwürdigkeit bewahren während wir gleichzeitig unsere Chancen erhöhen, zu spielen.“

Veranstaltermeinung

Nicht nur die Künstler sind mit dem Programm zufrieden, sondern auch die Festivalveranstalter. Festivals sprießen seit ein paar Jahren wie Unkraut aus dem Boden, die Konkurrenz ist groß. Gute Künstler fürs Line-up sind gefragter denn je. Kluge Veranstalter arbeiten schon seit Jahren daran, ihrem Festival einen einzigartigen Touch zu verleihen, um nicht länger von großen Namen abhängig zu sein. Sie profitieren enorm von einer Initiative, die ihnen einige der großartigsten Nachwuchskünstler Europas auf dem Silbertablett serviert. Sie müssen nur noch ihre Favoriten auswählen.

Chokri Mahassine, Organisator des Pukkelpop in Belgien, sagte: „Das European Talent Exchange Program hat seinen Wert für die Europäische Musikszene über die Jahre unter Beweis gestellt. Wir glauben fest an eine gut ausgewogene Kollaboration mit ETEP. Schließlich haben wir die Unterstützung neuer Talente seit unseren Anfängen 1985 im Blut.“

Dany Hassenstein vom Paléo, das seit der Gründung der Initiative 2003 ETEP-Partner ist, sagte, ETEP „ist das einzige Förderprogramm, an dem wir teilnehmen. Es ist für uns eine ideale Plattform um die neuen EU-Musiktrends aufzufangen und an unser Publikum weiterzugeben. Es beteiligen sich immer mehr Festivals und der Austausch untereinander intensiviert sich. Auch sehr wichtig: die Qualität, das Niveau der Bands, die zur Auswahl stehen, wird immer besser. Dies ist wahrscheinlich der beste Beweis, dass es etwas bringt.“

Überall in Europa

Übrigens: Bands, die für ETEP ausgewählt werden, erhöhen auch ihre Chancen, für die European Boarder Breakers Awards (EBBA) nominiert zu werden. Nicht nur, weil sie unter Beweis gestellt haben, dass sie auf Festival-Bühnen bestehen können, sondern auch, weil ihre Musik im Europäischen Radio gespielt wurde. Beides sind Voraussetzungen für eine EBBA-Nominierung. Unter den vergangenen Preisträgern befinden sich Adele, Mumford & Sons, Kodaline, Woodkid, Disclosure, Nico & Vinz, Selah Sue, Damien Rice, Agnes Obel und Caro Emerald.

Nicht nur in Groningen könnt ihr versuchen, Veranstalter zu beeindrucken, auch wenn ihr nur dort Zugang zu ETEP erhaltet. Wenn es euch nur darum geht, euch einem Publikum aus Fans und Brancheprofis vorzustellen, eignen sich auch das Great Escape im Mai in Brighton sowie das Reeperbahn Festival im September in Hamburg. PrimaveraPro in Barcelona und Bime in Bilbao legen auch zunehmend mehr Wert auf ein Programm, das Nachwuchstalente aus der ganzen Welt vorstellt. Dann gibt es da noch die Tallinn Music Week, By:Larm in Oslo sowie Mama in Paris (letzteres bezahlt auftretende Künstler sogar). Wir haben wahrscheinlich ein paar vergessen, doch der Punkt ist: jetzt ist die Zeit, eure Live-Skills zu perfektionieren und einem internationalen Publikum zu präsentieren. Wir haben euch hoffentlich ein wenig inspirieren können. Der Rest liegt bei euch.

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