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Mit Daten eine Tournee planen

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Jeder Schritt im Internet hinterlässt eine Spur. Und je versierter ihr im Lesen dieser Spuren seid, desto schneller gelangt ihr ans Ziel. Wenn eure Fans eure Songs streamen, herunterladen oder ein Ticket zu eurem Konzert kaufen, geben sie etwas von sich Preis. Wenn sie eure Facebook-Seite geliked haben, ebenfalls. Gerade die Standortdaten sind Gold wert, wenn ihr eine Tournee planen wollt. Spotify Fan Insights, Facebook Insights, Soundcloud Stats, YouTube Analytics: sie alle listen auf, woher eure Fans kommen.

Fans, wo seid ihr?

Wir haben uns an Nikoo Sadr von MusicAlly gewandt, um ein paar Beispiele einzuholen. Sadr ist Social-Media-Expertin und berät im Rahmen ihrer Arbeit für MusicAlly Künstler. Sie betreut unter anderem das holländische DJ-Duo Firebeatz, welches über seine Social-Media-Statistiken herausfand, dass es eine Menge Fans in Mexico hat. US-Country-Liebling Hunter Hayes plante seine Tournee anhand von Spotify-Streams und selbst Veteranen wie Iron Maiden setzten auf Daten. Die Band fand heraus, dass eine Menge Fans in Brasilien ihre Songs illegal herunter luden. Also gingen sie dort auf Tour und konvertierten Fans, die kein Geld für die Musik zahlten, in Fans, die für Konzerttickets zahlten. Rolling Stone berichtete damals (2013), dass die Band allein mit einem Konzert in Sao Paolo 2,5 Millionen US-Dollar Umsatz machte.

Iron Maiden ist natürlich ein anderes Kaliber. Doch am Prinzip ändert das nichts: Wenn ihr wisst, wo eure Fans sitzen, könnt ihr sie gezielt „anspielen“. Nun ist Spotify Fan Insights ein klasse Tool, dass euch die Top 50 der Städte anzeigt, in denen ihr am meisten gestreamt werdet. Doch was, wenn ihr einfach noch nicht bekannt genug seid, um auf den großen Streaming-Diensten einen Eindruck zu hinterlassen? Keine Sorge, auch die klassischen Newcomer-Angebote wie Bandcamp und Bandpage liefern euch Einblicke in eure Fanbase. Dasselbe gilt für Soundcloud und YouTube.

Die Statistiken von Streaming-Diensten sind glaubwürdiger als die von Facebook, schließlich habt ihr es bei Ersteren schwarz auf weiß, dass eure Fans eure Musik auch tatsächlich hören, während ein Facebook-Like darüber keine Aussage zulässt. Dennoch bieten Likes eine gute Orientierung. Besondere Vorsicht ist bei gekauften Likes geboten, denn die kommen oftmals aus ganz exotischen Gegenden.

This is good music

Jetzt wisst ihr also, wo eure Fans sind. Als nächstes benötigt ihre eine Venue, die euren Ansprüchen genügt. Nicht zu groß, aber auch nicht zu schäbig. Wäre es nicht großartig, eine Datenbank zu haben, in der sämtliche bespielenswerte Clubs und Konzertsäle gelistet sind? Das dachten sich auch Tom Hodgson und Oli Steadman, der dem ein oder anderen vielleicht als Bassist der Band Stornoway bekannt ist. Die beiden Musiker gründeten Tigmus, was für „This is good music“ steht, eine Art „Dating-App für Venues und Künstler“, wie es Hodgson beschreibt. Auf Tigmus sind aktuell 900 Spielstätten in ganz Europe registriert, die meisten davon in Großbritannien, doch es kommen regelmäßig neue hinzu. Künstler können auf Tigmus nach der für sie geeigneten Venue suchen. Die Veranstalter und Booker der Venues können das Portal ihrerseits nutzen, um Künstler zu finden.

Auch Tigmus setzt auf Daten bzw. ist gerade dabei, entsprechende Algorithmen zu entwickeln. „Wenn sich ein Künstler bei Tigmus registriert, können sie ihre Facebook-Seite integrieren. Wir werten die Daten aus, um herauszufinden, wo sich ihre Fanbase befindet. Das Ergebnis gleichen wir mit unserer Datenbank an Venues ab“, erklärt Hodgson. „Nehmen wir an, du willst einen Gig in Manchester oder wo auch immer auf die Beine stellen: Tigmus wertet sämtliche Daten aus und schlägt dir geeignete Venues in einer geeigneten Region vor“, fährt er fort.

So wird nicht nur verhindert, dass Künstler bei Spielstätten anfragen, die viel zu groß oder viel zu klein sind. Die Venue-Betreiber müssen sich darüber hinaus nicht mit E-Mails von Künstlern herumschlagen, die unbedingt auf denselben Bühnen wie ihre Idole auftreten wollen, aber einfach noch nicht das Zeug dazu haben, ein entsprechend großes Publikum anzulocken, um die Brixton Academys dieser Welt zu füllen. Tigmus schlägt auch den Veranstaltern die geeigneten Künstler vor.

Je mehr Spielstätten und Künstler sich bei Tigmus registrieren, auf desto mehr Daten kann die App zugreifen. Das soll in den Augen von Hodgson und Steadman so weit gehen, dass Tigmus Künstler aus einer bestimmten Region, die auch musikalisch zueinander passen, für einen gemeinsamen Gig vorschlägt. Theoretisch können die Veranstatler in den Venues so direkt auf ein komplettes Lineup zugreifen. Wie Steadman erklärt, hätten viele Spielstätten neben ihrem großen Konzertsaal auch kleinere Räume, die sich für Gigs zwischen 150 und 400 Zuschauern eigneten. „Diese Räume stehen oft leer. Wir helfen, diese Räume zu füllen.“

Tigmus erhält wie ein klassischer Agent, einen Anteil der Künstlergage. Dieser liegt mit 10 Prozent unter dem, was ein Agent normalerweise verlangt (15-20 Prozent). Die andere Einnahmequelle von Tigmus ist der Ticketverkauf. Ein Angebot à la Gigstarter, bei dem zunächst Tickets verkauft werden und erst dann der Auftritt gebucht wird, kommt für Hodgson und Steadman jedoch nicht in Frage.

Ihr seid gefragt

Erinnert ihr euch an Gigstarter? Die App erlaubte es Künstlern, Managern, Agenten und Labels, zuerst Tickets zu verkaufen und anschließend eine Tour zu planen – theoretisch risikofrei, da man ja wusste, in welcher Stadt, in welchem Ort, man auf jeden Fall den Club oder die Halle füllen würde. Gigstarter-Gründer Donal Scannell, mit dem wir uns schon vor knapp zwei Jahren über das Konzept seines Start-ups unterhielten, kann heute exakt bestimmen, weshalb die Musikindustrie ein Tool wie Gigstarter nicht brauchte. „Wir haben die Lösung für ein Problem kreiert, das es nicht gab“, sagte er.

Damit meinte Scannell, dass die Musikbranche mit ihrer nicht perfekten Situation glücklich sei. Das aktuelle Modell sei ineffizient, verschwenderisch, und am Ende zahle der Künstler dafür den Preis. Aber weil die meisten Künstler einfach nur auf den Bühnen spielen wollten, auf denen schon ihre Idole gestanden haben, interessierten sie sich nicht für technologische Lösungen, auch wenn sie ihnen mehr Einnahmen garantieren.

Die Branche will von solchen revolutionären, aber das Geschäft störenden Dingen ohnehin nichts wissen. Die Beziehungen zwischen Veranstaltern und Agenten wurden über Jahrzehnte etabliert. Sie werden sich ganz bestimmt nicht selbst aus dem Spiel nehmen, indem sie ihren Künstlern nahelegen, ein Programm wie Gigstarter zu benutzen. So interessant Gigstarter gerade für Newcomer auch war: ab einer bestimmten Größe und Reichweite wird die Industrie auf den Plan gerufen. Sie zücken das Scheckbuch, „und am Ende nimmt jeder den Scheck“, so Scannell. Nur wenn Künstler dem Scheck widerstehen und idealistisch genug sind, eine Idee wie Gigstarter zu unterstützen, könnte sich der Einfluss zugunsten neuer Technologien und

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