So erstellst du eine professionelle Pressemappe für Künstler*innen
- iMusician
- 11 März 2025, Dienstag
- Was ist ein elektronisches Pressekit?
- Ein elektronisches Pressekit für Künstler*innen erstellen
- Tools zum Erstellen einer Pressemappe
- Welche Inhalte enthält ein Pressekit für Artists?
- Die wichtigsten Bestandteile einer Pressemappe für Musiker
- Sollte ein Pressekit alle Abschnitte enthalten?
- Worauf sollten Artists bei der Erstellung eines elektronischen Pressekits noch achten?
Ein elektronisches Pressekit (EPK) ist ein digitales Portfolio, das wichtige Informationen über eine*n Künstler*in oder eine Band enthält. Typischerweise umfasst es eine Biografie, Musik, Presseberichte und wichtige Erfolge. Dieser Artikel erklärt die zentralen Bestandteile eines wirkungsvollen Pressekits für unabhängige Artists und hilft dir dabei zu verstehen, wie du ein EPK erstellst, das sich von der Vielzahl an Einsendungen abhebt.
Was ist ein elektronisches Pressekit?
Ein elektronisches Pressekit (EPK) ist ein digitales Portfolio, das alle relevanten Informationen über eine*n Artist oder eine Band bündelt. Es soll die Aufmerksamkeit der Empfänger*innen wecken und ihnen einen Überblick über das kreative Schaffen und die Marke de*r Künstler*in oder Band geben. Pressekits werden aus unterschiedlichen Gründen an verschiedene Zielgruppen verschickt: an Medienvertreter*innen, um Berichterstattung zu erhalten, an Festivals und Booker, um Auftritte zu sichern, oder an andere Artists, um Kooperationen anzubahnen.
Lange Zeit wurden EPKs als PDFs geteilt, meist per E-Mail. Das ist bei der direkten Kontaktaufnahme weiterhin üblich. Inzwischen ist es jedoch zum Standard geworden, EPKs auf spezialisierten Plattformen oder Websites zu hosten. Dort können Musik, Bilder und weitere Inhalte direkt eingebettet und ohne Downloads oder zusätzliche Links präsentiert werden.
Bei der Erstellung deines EPKs ist es hilfreich, dir vor Augen zu halten, welches Ziel du damit verfolgst, und die Inhalte entsprechend anzupassen. Unabhängig von deinen Zielen oder dem gewählten Format gibt es jedoch einige zentrale Bestandteile, die in den meisten Pressekits enthalten sind. Im Folgenden schauen wir uns diese genauer an.
Ein elektronisches Pressekit für Künstler*innen erstellen
Tools zum Erstellen einer Pressemappe
Ein Pressekit lässt sich auf verschiedene Arten erstellen. Welche Lösung am besten geeignet ist, hängt vor allem vom gewählten Format ab.
Heute ist es üblich, ein EPK auf einer spezialisierten Plattform oder auf der eigenen Artist-Website zu hosten. Plattformen wie Bandzoogle und ReelCrafter wurden speziell für Musiker*innen entwickelt und ermöglichen es, Musik, Videos und Fotos direkt einzubetten. Wenn du gerade erst anfängst und nach einer kostenlosen, unkomplizierten Lösung suchst, lohnt sich ein Blick auf EPKBuilder. Allgemeine Website-Builder wie Squarespace funktionieren ebenfalls, erfordern jedoch etwas mehr Einrichtungsaufwand, um vergleichbare Ergebnisse zu erzielen. Die Artist Pages von iMusician sind ebenfalls eine solide Option, besonders wenn du iMusician bereits für den Vertrieb deiner Musik nutzt.
Für PDF-basierte Pressekits ist Adobe InDesign die erste Wahl, wenn du maximale Kontrolle über Layout und Design möchtest. Wenn du nach einer anfängerfreundlicheren und kostengünstigeren Alternative suchst, bietet Canva zahlreiche anpassbare EPK-Vorlagen. Für einfachere Pressekits eignen sich auch Apple Pages oder Microsoft Word, auch wenn beide bei den Gestaltungsmöglichkeiten etwas eingeschränkter sind.
Ein Pressekit sollte stets dein Branding widerspiegeln – sei es durch Farben, Schriftarten oder Bildsprache. Wenn dein künstlerischer Stil besonders kreativ, experimentell oder maximalistisch ist, kann auch ein Mixed-Media-Pressekit spannend sein. Die Kombination aus eingescannten analogen Elementen, Collagen und digitalem Design kann dein EPK besonders einprägsam machen und einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Falls dir die Zeit oder die nötigen Designkenntnisse fehlen, kannst du auch eine*n Grafikdesigner*in mit Schwerpunkt Layout-Design beauftragen.
Welche Inhalte enthält ein Pressekit für Artists?
Auch wenn Format und Tools variieren können, folgt der Inhalt eines EPK meist einer ähnlichen Struktur. Typischerweise umfasst ein EPK die folgenden zehn Bestandteile:
- Titelseite
- Inhaltsverzeichnis
- Einseitige Zusammenfassung
- Biografie
- Musik oder Hörproben
- Pressefotos und weiteres Bildmaterial
- Wichtige Erfolge und Karriere-Highlights
- Presse- und Medienberichterstattung
- Fan-Engagement und relevante Kennzahlen
- Kontakt- und Buchungsinformationen
Die wichtigsten Bestandteile einer Pressemappe für Musiker
1. Titelseite
Die Titelseite deines EPKs vermittelt den ersten Eindruck und gibt den Ton vor. Deshalb sollte sie visuell ansprechend gestaltet sein und Aufmerksamkeit erzeugen. Sie sollte deinen Namen, dein Logo, ein hochwertiges Foto sowie weitere Designelemente enthalten, die zu deinem Branding passen.
2. Inhaltsverzeichnis
Dein EPK sollte ein Inhaltsverzeichnis enthalten, das den Empfänger*innen einen Überblick über alle Abschnitte verschafft. Ob als anklickbares Menü auf einer Website oder als Seite innerhalb eines PDF-Dokuments, das Ziel ist, dass Leser*innen schnell zu den Informationen gelangen, die sie suchen.
3. Einseitige Zusammenfassung
Diesen Abschnitt erstellst du idealerweise erst, wenn alle anderen Inhalte fertig sind. Die einseitige Zusammenfassung fasst die wichtigsten Informationen über eine*n Artist oder eine Band und deren Musik kompakt zusammen. Leser*innen sollen auf einen Blick verstehen, wer du bist und was deine Musik ausmacht.
Typischerweise enthält dieser Abschnitt eine Kurzversion der Biografie, eine Übersicht über die musikalischen Genres, ein Foto, wichtige Erfolge, ausgewählte Pressezitate oder Karriere-Highlights sowie Links zu deinen Social-Media-Profilen und deiner Musik.
Welche weiteren Inhalte sinnvoll sind, hängt vom Ziel deines EPKs ab. Wenn du Medienberichterstattung anstrebst, können relevante Kennzahlen, Veröffentlichungen oder bisherige Presseerfolge hilfreich sein. Geht es dagegen um Auftritte oder Markenkooperationen, solltest du eher deine Social-Media-Reichweite, Streaming-Zahlen und andere relevante Performance-Daten hervorheben.
4. Biografie
Die Biografie soll Leser*innen dabei helfen, dich oder deine Band besser kennenzulernen. Sie bietet Raum für Informationen, die andere über dich wissen sollten, und für die Aspekte deiner Geschichte, die dich besonders auszeichnen.
Wenn du Solo-Artist bist, kannst du mit grundlegenden Informationen über dich beginnen, beispielsweise deinem Artist-Namen, deinem vollständigen Namen oder deinem Geburtsdatum. Anschließend ist es üblich, darüber zu sprechen, was dich dazu inspiriert hat, Musik zu machen, und warum du dich für eine Karriere in diesem Bereich entschieden hast. Sobald die wichtigsten Punkte abgedeckt sind, kannst du persönlichere Details teilen, etwa Nischeninteressen und Hobbys außerhalb der Musik oder sogar eine überraschende Geschichte, die mit deiner Kunst zusammenhängt.
Wenn du ein EPK für deine Band erstellst, kannst du damit beginnen zu beschreiben, wann und wie sie gegründet wurde und wer die Mitglieder sind. Du kannst auf den musikalischen Werdegang der Band, ihre Einflüsse, wichtige Meilensteine und die Dinge eingehen, die euch auszeichnen. Details über die Dynamik innerhalb der Band, unvergessliche Momente oder interessante Hintergrundgeschichten können die Biografie zusätzlich bereichern.
Allerdings musst du dich nicht an eine feste Vorlage oder Formel halten. Solange der Text authentisch und einprägsam ist, kann vieles funktionieren. Ob Artist oder Band – hier kannst du deine Geschichte erzählen, also scheue dich nicht, ihr deine persönliche Note zu verleihen.
5. Musikbeispiele
In diesem Abschnitt präsentierst du die Releases, die deinen Sound am besten repräsentieren. Beginne mit deinen zwei erfolgreichsten Tracks, da diese aus Sicht deiner Hörer*innen meist deine stärksten Arbeiten widerspiegeln. Anschließend kannst du aktuelle oder besonders bemerkenswerte Releases ergänzen, die dein Können und deine musikalische Entwicklung unterstreichen.
Wenn du bereits über eine Diskografie verfügst, kannst du zusätzlich eine übersichtliche Liste oder einen praktischen Link zu den relevanten Streaming-Plattformen bereitstellen, damit Empfänger*innen ganz einfach mehr von deiner Musik entdecken können. Es lohnt sich außerdem, hochwertige Audiodateien zum Download bereitzustellen, beispielsweise 24-Bit-WAV-Dateien oder MP3-Versionen mit 320 kbps, für Medien, die deine Musik als Premiere veröffentlichen oder vorstellen möchten.
6. Pressefotos und weiteres Bildmaterial
Wenn Medienvertreter*innen über Artists berichten, besteht eine häufige Herausforderung darin, Bilder zu finden, die sie in Artikeln oder Social-Media-Beiträgen verwenden können, ohne gegen Urheberrechte zu verstoßen. Um ihnen die Arbeit zu erleichtern, solltest du hochwertige Fotos und weiteres visuelles Material wie Logos oder Grafiken bereitstellen und ausdrücklich die Erlaubnis zur Nutzung erteilen.
Der Schwerpunkt liegt dabei auf Qualität und Vielfalt. Die Bilder sollten im JPEG- oder PNG-Format vorliegen, mit einer Auflösung von 300 dpi für den Druck und einer Breite von mindestens 3000 Pixeln für die Verwendung in Bannern oder Promotionsmaterialien. Für schnelle Downloads sollten zusätzlich für das Web optimierte Versionen mit 72 dpi verfügbar sein. Es lohnt sich außerdem, sowohl Bilder im Quer- als auch im Hochformat bereitzustellen, da vertikale Formate für Social-Media-Promotions zunehmend gefragt sind.
Eines solltest du beachten: Wenn ein*e Fotograf*in die Rechte an deinen Fotos besitzt, solltest du vor der Aufnahme in dein EPK deren Zustimmung einholen. Falls bei jeder Verwendung eine Namensnennung erforderlich ist, solltest du im entsprechenden Abschnitt deines Pressekits deutlich darauf hinweisen.
7. Relevante Erfolge und Karriere-Highlights
Das Ziel dieses Abschnitts ist es, Leser*innen zusätzliche Gründe zu geben, dich ernst zu nehmen. Dazu können Auszeichnungen, Festivalauftritte, Live-Auftritte, Kooperationen mit bekannten Artists, wegweisende Releases oder bedeutende Chartplatzierungen gehören. Alles, was deine Glaubwürdigkeit und deine Erfolge in der Musikbranche und darüber hinaus unterstreicht, stärkt dein Pressekit.
8. Presse- und Medienberichterstattung
Der Abschnitt „Presse- und Medienberichterstattung“ kann eigenständig stehen oder in den vorherigen Abschnitt integriert werden, da beide darauf abzielen, deine Relevanz in der Branche zu belegen. Unabhängig davon sollte er deine wichtigsten Presseberichte enthalten, etwa Erwähnungen, Rezensionen oder Interviews, beginnend mit den renommiertesten Medien.
Sofern du nicht gerade erst am Anfang deiner Karriere stehst, solltest du Berichte aus wenig relevanten oder qualitativ schwachen Medien eher weglassen, da sie in der Regel keinen nennenswerten Mehrwert bieten.
9. Fan-Interaktion und weitere Kennzahlen
Auch dieser Abschnitt stellt deine Erfolge in den Vordergrund – allerdings anhand von Zahlen. Wenn du bemerkenswerte Kennzahlen aus Social Media oder von Streaming-Plattformen vorweisen kannst, solltest du sie hier präsentieren. Beginne wie immer mit den beeindruckendsten und relevantesten Werten.
Aus gestalterischer Sicht kann es hilfreich sein, Symbole oder grafische Elemente zu verwenden und den Abschnitt übersichtlich zu halten, damit die wichtigsten Zahlen schnell erfasst werden können.
10. Kontakt- und Buchungsinformationen
Im letzten Abschnitt sollten deine Kontakt- und Buchungsinformationen sowie alle relevanten Social-Media-Profile und Streaming-Links aufgeführt sein. Je nach Situation kannst du hier entweder direkt auf dich selbst verweisen, wenn du unabhängig arbeitest, oder auf dein Management beziehungsweise dein Label.
Sollte ein Pressekit alle Abschnitte enthalten?
Als Faustregel gilt: Nimm nur die Abschnitte auf, die sinnvoll sind und einen echten Mehrwert bieten. Wenn du beispielsweise ein*e noch relativ neue*r Artist bist und bisher nur in einem kleinen lokalen Magazin erwähnt wurdest, könnte ein eigener Pressebereich eher kontraproduktiv wirken. In diesem Fall ist es oft sinnvoller, die Erwähnung in den Abschnitt „Erfolge“ zu integrieren.
Ähnlich verhält es sich mit Streaming-Zahlen oder Social-Media-Kennzahlen. Wenn diese noch nicht besonders aussagekräftig sind, ist es meist besser, sie vorerst wegzulassen und erst später hervorzuheben.
Worauf sollten Artists bei der Erstellung eines elektronischen Pressekits noch achten?
Es gibt einige weitere Punkte, die du bei der Erstellung eines EPKs berücksichtigen solltest. Grundsätzlich sollte der Zugriff darauf so einfach und komfortabel wie möglich sein. Da viele Branchenprofis EPKs inzwischen auf dem Smartphone ansehen, lohnt es sich, vor dem Versand zu prüfen, wie dein EPK auf Mobilgeräten aussieht und funktioniert. Auch die Ladezeiten spielen eine wichtige Rolle, weshalb Bilder und Videos entsprechend optimiert werden sollten.
Wenn du dein EPK als PDF verschickst, solltest du außerdem auf die Dateigröße achten. Große Anhänge lassen sich per E-Mail oft nur schwer versenden und können unter Umständen von Spam-Filtern abgefangen werden. Eine Möglichkeit besteht darin, die Datei als ZIP-Archiv zu komprimieren. Allerdings reagieren manche Empfänger*innen bei Dateien aus unbekannten Quellen verständlicherweise vorsichtig. Häufig ist es daher sinnvoller, einen Download-Link bereitzustellen – sei es direkt in der E-Mail, über einen Smartlink oder über deine Website.
Wenn du dein EPK per E-Mail verschickst, sollte die Betreffzeile prägnant, ansprechend und möglichst nicht nach Spam wirken. Dasselbe gilt für die Nachricht selbst: Halte sie kurz, direkt und überzeugend, ohne dabei zu aufdringlich zu erscheinen.
Falls du keine Antwort erhältst, kannst du nach einigen Tagen freundlich nachhaken. E-Mails gehen gelegentlich unter oder erreichen Empfänger*innen zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Bleibt auch ein zweiter Versuch unbeantwortet, ist es meist ratsam, es zunächst dabei zu belassen und erst zu einem späteren Zeitpunkt erneut Kontakt aufzunehmen.