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Rhythmus und Groove

  • 22 September 2016, Donnerstag
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Drums

Rhythmus

Ich werde heute die beiden urtümlichsten und wohl bedeutendsten Manifeste musikalischen Ausdrucks beleuchten: Den Rhythmus und den Groove. Es fing alles damit an, das ein entfernter Verwandter von uns allen vor langer Zeit wiederholt auf irgendetwas klopfte und das was er dabei hörte, zu mögen begann. Seit je her machen wir im Grunde genau das gleiche, wenn wir musizieren. Die Idee, Zeit in gleiche Abschnitte zu unterteilen ist womöglich ein Versuch, Kontrolle über eine Dimension zu erlangen, die wir zwar wahrnehmen können, in der wir uns jedoch - im Gegensatz zu den 3 räumlichen Dimensionen - nicht frei bewegen können.

Der Mangel an Freiheit ist für alles Lebende ein äußerst unbefriedigender Zustand, und unsere menschliche Natur versucht sich vehement dagegen zu wehren. Das Schlüsselkonzept, um dieses grenzenlose Kontinuum ständiger Veränderung - wir nennen es Zeit - greifbar zu machen, wurde damals von unserem behaarten Urahnen gefunden: Teile und herrsche!

Lasst mich dies mit einem kleinen Experiment verdeutlichen:

Öffnet eine neue Spur in eurer Audio-Software. Da ich Ableton Live user bin, werde ich von jetzt an den entsprechenden Terminus verwenden. Es wird jedoch einfach sein, das Beschriebene auf andere Plattformen zu übertragen.

Ihr könnt euch nun sicherlich vorstellen, dass jeder der das hier ausprobiert hat, zu einem anderen Ergebnis gekommen sein wird. Alle Resultate haben jedoch eines gemeinsam: Ihr mögt was ihr hört. Unser Experiment hat uns bislang also verdeutlicht, das ein sehr charakteristischer Rhythmus entsteht, lediglich indem man 3 Ebenen gleichmäßig unterteilter Zeit überlagert und zwei kleine Unregelmäßigkeiten einbaut. Erinnert euch daran, wenn ihr eure nächste Produktion beginnt!

Groove

Bevor wir nun weitermachen, möchte einiges zum Begriff "Groove" erläutern: Groove ist kultivierte Ungenauigkeit.Er hat seinen Ursprung in der menschlichen Anatomie in Verbindung mit dem Aufbau und der Bedienung von Musikinstrumenten. Wenn ihr einen Shaker zu Hause habt, nehmt ihn bitte zur Hand. Falls nicht, dann geht in die Küche und füllt dort ein handliches und verschließbares Gefäß mit Reiskörnern.

Jetzt haltet euren Unterarm senkrecht vor euch mit dem Shaker in der Hand, so, dass die Handrückseite von euch weg zeigt. Dieses Instrument ist wohl eines der ältesten überhaupt, und es funktioniert in zwei Richtungen: Wenn ihr euren Unterarm nun in Blickrichtung vor und zurück zu bewegen beginnt wird der Shaker an beiden Umkehrpunkten ein Geräusch erzeugen - allerdings zwei verschiedene! Das liegt weniger daran, dass der Shaker nicht komplett symmetrisch ist, sondern vielmehr ist auch eure Hand nicht symmetrisch und euer Arm ebenso wenig.

Versucht einmal regelmäßige 16tel zu spielen. Es ist sehr schwer den Klang gleichmäßig zu bekommen. Wenn ihr das geschafft habt - Bravi - doch jetzt kommt´s: Setzt nun klare Betonungen auf die 1, 2, 3 und 4 (also auf jede vierte 16tel) und ihr werdet unvermeidbare Timing-Probleme bekommen. Da sich diese Ungenauigkeiten nun regelmäßig wiederholen, nehmen wir sie jedoch eher als besondere Eigenart dieses Rhythmus´ war. Hört euch einmal traditionellen Samba an, und ihr werdet genau diese "Unvollkommenheit" als prägendes Stilmittel hören, die ihr gerade unbeabsichtigt erzeugt habt. Genau das bezeichnet man als Groove.Diese Abweichungen vom Perfekten kann man jedoch auch ganz bewusst machen. Am bekanntesten ist der Swing, der nichts anderes ist als eine gewisse Verzögerung jeder zweiten 16tel-Note.

Eine andere Art Groove ist das sogenannte Laid-Back-Feeling, wobei fast jede Note etwas zu spät gespielt wird. Um den Rhythmus nicht zu ruinieren werden die "wichtigen" Schläge (1 und 3) fast genau ausgeführt. Alle anderen Zählzeiten kommen zu spät und die Töne sind etwas leiser.

Wir werden das nun an unserem Rhythmus ausprobieren. Kopiert als erstes den Clip in einen neuen Slot, um später vergleichen zu können. Schaltet nun den Grid aus und wählt alle Noten, die nicht auf 1 und 3 kommen. Schiebt sie nun mit den Cursortasten langsam und stückchenweise nach rechts, bis ihr einen Unterschied hört und reduziert deren Lautstärke ein bisschen. Das wird anfangs etwas ungewöhnlich klingen, aber nach einigen Wiederholungen werdet ihr euch daran gewöhnt haben.

In Ableton Live kann man den Groove aus einem Clip extrahieren, um ihn dann auch auf andere Clips anwenden zu können. Dadurch bekommt der gesamte Track dieses besondere "Etwas", das auf Anhieb erstmal nicht zu benennen ist.

Zum Schluss möchte ich noch ein Beispiel geben, wie ein und das selbe Stück verschieden grooven kann. In meinem Beispiel handelt es sich um "Palladium" von Weather Report. Nach dem 25-sekündigen Intro beginnt der eigentliche Beat. Hört euch an wie der Drummer die HiHat spielt. Einige Noten kommen so spät, dass es beinahe wie ein Sequencer klingt, dessen Synchronisation aus dem Ruder läuft. Der Perkussionist nimmt dieses Laid-Back-Feeling auf während der Bassist ständig nach vorne treibt. Diese Spannung zwischen Bass und Drums verleihen diesem Track seinen speziellen Groove.

Jetzt hört euch dieses Beispiel an.Die Jungs hier spielen den Track viel gerader - überhaupt nicht schlecht oder so - jedoch der spezielle Charme des Originals fehlt hier. Es ist Geschmackssache, was besser gefällt und wie man seine Musik macht - Hauptsache es groovt!

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