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Qobuz: KI-Maßnahmen und Richtlinien zum Schutz von Artists und Hörer*innen

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Während die Zahl KI-generierter Tracks auf Streaming-Plattformen steigt, tun sich viele Dienste weiterhin schwer, klare Grenzen zu setzen. Qobuz hat nun Maßnahmen zum Schutz vor KI-Inhalten angekündigt, darunter ein Erkennungssystem, das KI-Musik in neuen Releases sowie im bestehenden Katalog identifiziert und kennzeichnet.

Qobuz und KI-Musik: Menschliche Kreativität geht vor

Qobuz mag eine kleinere Streaming-Plattform sein, hat sich jedoch eine treue Fangemeinde unter Musikenthusiast*innen aufgebaut, die einen Ansatz schätzen, bei dem Artists im Vordergrund stehen und Fairness sowie direkte Beziehungen betont werden. Mit dem Aufkommen von KI in der Musik sind diese Punkte wichtiger denn je geworden. Dementsprechend erwarten Artists und Fans gleichermaßen, dass die Plattformen ihren Umgang mit KI klar kommunizieren.

Bisher hat Deezer eine führende Rolle eingenommen. Bandcamp folgte in diesem Jahr mit der Ankündigung eines vollständigen Verbots von KI-generierter Musik, während Spotify seine KI-Richtlinien vor kurzem ebenfalls aktualisiert hat. Für Qobuz ist die Position klar: Menschliche Kreativität steht an erster Stelle und bleibt im Zentrum aller Aktivitäten der Plattform.

Anfang des Monats veröffentlichte das Unternehmen eine KI-Charta, die sich um eine zentrale Überzeugung dreht: „KI kann ein Wertverstärker sein, aber niemals ein Ersatz für menschliches Urteilsvermögen. Das Herz von Qobuz ist und bleibt menschlich: redaktionelle Kuratierung, musikalische Expertise, Erstellung von Inhalten.“ Die Charta basiert auf sechs Grundprinzipien:

  1. Menschen behalten weiterhin die Kontrolle. KI assistiert.

  2. Maximale Transparenz

  3. Die letzte Verantwortung bleibt immer menschlich

  4. Schutz persönlicher Daten

  5. Ethische Best Practices jenseits der aktuellen Regulierung

  6. Unterstützung von KI im Dienste der Artists vs. Ablehnung von 100%iger KI-Industrieproduktion

Qobuz zieht auch klare rote Linien und erklärt, dass es niemals Musik für seinen Katalog generieren, menschliche Kuratierung oder kreative Entscheidungen ersetzen, betrügerische oder vollständig KI-generierte Inhalte fördern oder Empfehlungen zu kommerziellen Zwecken manipulieren wird. Qobuz verpflichtet sich außerdem, sowohl die Daten der Nutzer*innen als auch die Rechte der Künstler*innen zu schützen, indem es keine persönlichen Daten zum Trainieren externer KI-Modelle verwendet, das unerlaubte Scraping seines Katalogs verbietet und sicherstellt, dass sensible Informationen nicht durch unsichere KI-Tools offengelegt werden. Weitere Informationen findest du in der vollständigen Qobuz KI-Charta.

Qobuz' neue Maßnahmen gegen KI-Inhalte

In einer kürzlich veröffentlichten Pressemitteilung hat Qobuz diese Position noch deutlicher gemacht, indem es eine Reihe konkreter Maßnahmen zum Schutz vor KI-Inhalten ankündigte, während menschliche Artists weiterhin im Mittelpunkt der Musikentdeckung stehen sollen.

Dazu gehört ein proprietäres KI-Erkennungssystem, das von Maßnahmen zur Betrugsbekämpfung unterstützt wird und KI-generierte Inhalte sowohl bei neuen Releases als auch im bestehenden Katalog identifiziert und kennzeichnet. Betrügerische Streams werden von der Berichterstattung und den Tantiemenberechnungen ausgeschlossen, während vollständig KI-generierte Inhalte entfernt werden, sobald sie erkannt werden. Qobuz setzt bereits Tools ein, um betrügerische Uploads zu erkennen, und wird diese Systeme im Zuge technologischer und regulatorischer Entwicklungen weiter ausbauen und verfeinern.

Darüber hinaus wird die redaktionelle Auswahl weiterhin vollständig von Menschen geleitet, wobei alle Empfehlungen, einschließlich der Qobuzissimes und Alben der Woche, von menschlichen Teams ausgewählt werden. Mit diesem Ansatz hält die Plattform industriell erzeugte KI-Inhalte aus den prominenten Bereichen heraus. KI-generierte Tracks werden auch von der Discover-Seite entfernt, um sicherzustellen, dass echte Artists Sichtbarkeit und Vergütung erhalten. Neben diesen Maßnahmen versichert Qobuz seinen Usern dass es keine Audioinhalte für seinen Katalog generiert, die menschliche Kuratierung nicht durch KI ersetzt und keine Kundendaten zum Trainieren externer KI-Modelle verwendet.

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Bedenken der User und Qobuz’ Antwort

Die Ankündigung kommt zu einer Zeit, in der User ihre Frustration über AI-Musik auf Streaming-Plattformen, einschließlich Qobuz, äußern. Ein Reddit-Nutzer schrieb zum Beispiel:

"Ich habe versucht, die italienische Metal-Band Lunarsea zu finden und habe zum ersten Mal auf die Schaltfläche 'Weitere Artists anzeigen' geklickt, nur um dann mit AI-Album-Covern von verschiedenen 'Luna'+Suffix AI-Artists bombardiert zu werden. Nachdem ich bis zum Ende der Seite gescrollt hatte, war der letzte angezeigte Song vom Oktober 2025, da das letzte Album von Lunarsea im Jahr 2019 herauskam. Und 99% davon waren KI."

Das zeigt, warum die Maßnahmen von Qobuz so wichtig sind: um sowohl die Sichtbarkeit der Artists als auch die Erfahrung der Hörer*innen zu schützen. Und Qobuz stimmt dem zu. In der Pressemitteilung betonte Georges Fornay, stellvertretender CEO, Folgendes:

"Die Hyperinflation von KI-generierten Inhalten schafft Misstrauen in der Musikindustrie. Bei Qobuz wird die Entdeckung von Musik weiterhin von menschlicher Leidenschaft geleitet, nicht von Algorithmen, die auf Lautstärke optimiert sind. Mit diesen neuen Maßnahmen bekräftigen wir unser Engagement für eine faire Sichtbarkeit und Vergütung der Artists und geben den Hörer*innen die Gewissheit, dass der Mensch weiterhin die Kontrolle hat."

Schlussgedanken: Qobuz und KI-Musik

Der Ansatz von Qobuz zeigt, dass Streaming-Plattformen eine klare Haltung zu KI einnehmen können, ohne Innovationen vollständig abzulehnen. Durch die Kombination von Erkennungstools, menschlich geführter Kuratierung und klaren Vorgaben für Inhalte und Daten positioniert sich das Unternehmen als Plattform, auf der menschliche Kreativität weiterhin im Vordergrund steht.

KI-generierte Musik überflutet bereits Teile der Streaming-Plattformen und beeinflusst, was Hörer*innen sehen und wie Artists entdeckt werden. Qobuz versucht, diese Entwicklung einzudämmen und menschliche Artists zu schützen.

Häufig gestellte Fragen

Qobuz unterstützt KI als kreatives Werkzeug für menschliche Artists (z. B. beim Mixing, Mastering oder der Komposition), wenn sie einem echten künstlerischen Prozess dient. Vollständig KI-generierte Inhalte ohne menschlichen kreativen Input, die produziert werden, um Kataloge zu füllen oder Tantiemensysteme zu manipulieren, sind nicht erlaubt.

Qobuz sucht aktiv nach solchen Inhalten und betrügerischen Stream-Aktivitäten. Vollständig KI-generierte Tracks können zwar im Katalog verbleiben, werden aber von der redaktionellen Kuratierung ausgeschlossen, aus wichtigen Entdeckungsbereichen wie der Discover-Seite entfernt und alle damit verbundenen Streams zählen nicht für die Tantiemen oder die Berichterstattung. Die von Menschen geführte Aufsicht stellt sicher, dass KI-unterstützte Musik ein Support für Kreativität bleibt, nicht ein Ersatz dafür.

Qobuz lässt keine vollständig KI-generierte Musik zu, die menschliche Kreativität ersetzen oder Tantiemen manipulieren soll. Diese Tracks können zwar im Katalog verbleiben, werden aber von der redaktionellen Kuratierung ausgeschlossen, aus wichtigen Entdeckungsbereichen wie der Discover-Seite entfernt und alle Streams zählen nicht für Berichterstattung oder Tantiemen. So wird sichergestellt, dass die Artists sichtbar bleiben und eine faire Vergütung erhalten.

Qobuz hat einen mehrstufigen Ansatz zum Schutz von Artists und Hörer*innen eingeführt:

  • Proprietäres KI-Erkennungssystem: Identifiziert und kennzeichnet KI-erstellte Inhalte in neuen Releases und im bestehenden Katalog, damit Nutzer*innen und Kuratoren wissen, welche Tracks von Menschen gemacht sind.
  • Anti-Betrugs-Tools: Erkennt manipulierte Streams oder betrügerische Uploads und wird mit der Weiterentwicklung von Technologien und Vorschriften ständig verbessert.
  • Ausschluss aus Schlüsselbereichen: KI-generierte Tracks werden aus prominenten Bereichen wie der Discover-Seite entfernt, damit menschliche Artists weiterhin sichtbar bleiben.
  • 100 % von Menschen geführte redaktionelle Auswahl: Alle Empfehlungen, einschließlich der Qobuzissimes, Alben der Woche und Playlists, werden von menschlichen Teams ausgewählt.
  • Ausschluss von Meldungen und Tantiemen: Streams, die als KI-generiert oder betrügerisch identifiziert wurden, werden von den Metriken ausgeschlossen, die zur Berechnung der Zahlungen an Artists verwendet werden.
  • Befugnis zur Inhaltsmoderation: Qobuz kann Inhalte ablehnen oder entfernen, die in betrügerischer Absicht hochgeladen oder ohne menschliches Zutun industriell erzeugt wurden, und dabei gegebenenfalls Signale nutzen, die über die KI-Erkennung hinausgehen.
  • Laufende Verpflichtungen: Die Plattform veröffentlicht ihre KI-Charta, führt Mitarbeiter-Workshops zum Thema KI durch und hält sich an Vertragsklauseln, die die Auslieferung von 100 % KI-generierten Inhalten verbieten.

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Michele
Michele

Michele begeistert sich für Musik in den verschiedensten Formen, von Soulful House und Groovy Techno bis hin zu Alternative Rock, Dark Wave und vielem mehr. Mit Erfahrung in den Bereichen Produktion und Journalismus und einem wachsenden Interesse am DJing setzt sich Michele aus vielfältigen Perspektiven mit der Soundkultur auseinander. Zu den aktuellen Themen, die Michele interessieren, gehören Clubkultur, Musikentdeckung und -kuratierung, Tanz sowie die Auswirkungen von Musik auf Wahrnehmung und Gefühl. Michele schreibt auf Englisch.

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