Spotify führt Feature zum Schutz von Artist-Profilen ein und gibt Artists mehr Kontrolle über ihre Seiten
- Michele
- 25 März 2026, Mittwoch
Es gibt mehrere Gründe, warum Artists manchmal die falsche Musik auf ihren Profilen finden. Neben allgemeinen Fehlern in den Metadaten ist das Problem durch die Zunahme von KI-Deepfakes und Streaming-Betrug immer häufiger geworden. Um dieses Problem zu lösen, hat Spotify jetzt ein Feature namens Artist Profile Protection eingeführt, mit dem Artists mehr Kontrolle darüber haben, was unter ihrem Namen veröffentlicht wird.
Warum und wie Releases falsch zugewiesen werden
Artists, die regelmäßig Musik releasen, kennen ein häufiges Problem: Ihre Musik landet auf dem falschen Artist-Profil oder sie stellen fest, dass plötzlich Musik auf ihrem Profil erscheint, die nicht ihnen gehört. Es gibt fünf Hauptgründe, warum das passiert:
Nicht eindeutige Artist-Namen: Mehrere Artists können denselben Namen verwenden, was es Plattformen erschwert, Releases korrekt zuzuordnen.
Fehler in den Metadaten: Fehler in den Metadaten während des Uploads können dazu führen, dass die Musik mit dem falschen Profil verknüpft wird.
Plattformseitige Zuordnung: Streaming-Dienste ordnen Releases automatisch Profilen zu, was zu Unstimmigkeiten führen kann.
Inkonsistente Namensgebung: Unterschiede in der Schreibweise, Formatierung oder Großschreibung von Releases können Plattformen verwirren.
Fehlende Profillinks: Wenn Artists ihre Profile oder Identifikatoren (wie Artist IDs) nicht verknüpfen, stehen Plattformen weniger genaue Daten zur Verfügung.
Mit dem Aufkommen von KI ist ein weiterer Grund häufiger geworden: Streaming-Betrug, bei dem böswillige Akteure KI-generierte Musik mit den Profilen echter Artists verknüpfen, um diese zu imitieren. Diese sogenannten Deepfakes dienen oft dazu, Streams und Einnahmen zu generieren, wenn Hörer*innen glauben, die Musik sei echt.
Spotify erklärt: „Offen zugängliche Vertriebskanäle haben die Hürde für unabhängige Artists gesenkt, Musik mit der Welt zu teilen, Kollaborationen einfach zu promoten und Releases nahtlos zwischen Vertrieben zu übertragen. Gleichzeitig schafft diese Offenheit jedoch auch Lücken, die von schlechten Akteuren ausgenutzt werden können. (…) Wenn das passiert, kann es Auswirkungen auf deinen Katalog, deine Statistiken, deinen Release Radar und darauf haben, wie Fans deine Musik entdecken.“
Das Ausmaß des Problems wird auch an Zahlen deutlich. Laut MBW hat Sony Music kürzlich Streaming-Plattformen aufgefordert, über 135.000 KI-generierte Songs zu entfernen, die von böswilligen Akteuren hochgeladen wurden, die sich als ihre Artists ausgaben. Zu den Betroffenen gehören Beyoncé, Queen, Harry Styles und weitere.
Spotify Artist Profile Protection: Neues Feature gegen KI-Betrug
Dieses wachsende Problem hat die Plattform dazu veranlasst, konkrete Maßnahmen zum Schutz von Artists vor Imitationen einzuführen. Dies folgt auf eine größere Ankündigung Anfang des Jahres zu Spotifys Top-Prioritäten für 2026, die auch den Schutz der Identitäten von Artists umfasst.
In einer Pressemitteilung erklärt Spotify, wie das neue Feature Artist Profile Protection, das sich derzeit noch in der Beta-Phase befindet, funktioniert. Nachdem sie ihre Musik über einen Vertrieb hochgeladen haben, können Artists jedes Release überprüfen, bevor es auf der Plattform veröffentlicht wird. Sie können Releases, die von den meisten Anbietern ausgeliefert werden, entweder genehmigen oder ablehnen.
Wenn du als Artist Team Admin oder Editor bereits Zugang zu diesem Feature hast, findest du es in deinen Spotify for Artists Einstellungen auf dem Desktop und im mobilen Web. Sobald du den Artist-Profil-Schutz aktiviert hast, erhältst du eine E-Mail-Benachrichtigung, sobald Musik unter deinem Namen an Spotify ausgeliefert wird. Du kannst dann jedes Release einzeln überprüfen.
Spotify erklärt dazu: „Um dein Artist-Profil zu schützen und Verwechslungen vorzubeugen, erscheinen nur die von dir genehmigten Releases in deinem Profil, in deinen Statistiken und in den Empfehlungen für deine Hörer*innen.“ Wenn du sie ablehnst oder nichts unternimmst, wird das Release nicht unter deinem Namen erscheinen. Releases können bei Bedarf auch wieder entfernt werden, nachdem sie bereits online gegangen sind.
Außerdem erhältst du einen Artist-Schlüssel, einen eindeutigen Code, den du mit Vertrieben deines Vertrauens teilen kannst. Damit du nicht jedes Release manuell überprüfen musst, wird ein Release, das diesen Schlüssel enthält, bei der Auslieferung an Spotify automatisch vorab genehmigt und geht wie gewohnt online.
Dieses Feature ist vielleicht nicht für alle Artists notwendig, zum Beispiel für diejenigen, die nicht oft releasen oder ihren Spotify-Katalog nicht aktiv überwachen möchten. Es kann jedoch besonders hilfreich für Artists sein, die bereits Erfahrungen mit KI-Missbrauch gemacht haben, einen ähnlichen Namen mit anderen teilen oder ihre Karriere eigenständig steuern wollen.
Abschließende Überlegungen: Spotify's Artist Profile Protection Feature
KI-generierte Musik und Imitationen geben zunehmend Anlass zur Sorge. Tools wie der Schutz von Artist-Profilen sind ein konkretes Beispiel dafür, wie Plattformen beginnen, direkter auf diese Entwicklungen zu reagieren. Da sich das Feature noch in der Beta-Phase befindet, wird Spotify in dieser Zeit Feedback sammeln, um das Tool vor einer breiteren Einführung weiter zu optimieren.
Auch andere Plattformen haben bereits konkrete Maßnahmen ergriffen: Bandcamp hat vor kurzem alle KI-generierte Musik verboten, und Qobuz hat Maßnahmen zur Erkennung und Verwaltung von KI-Inhalten ergriffen. Diese Schritte werden zwar nicht jedes Problem lösen, das durch KI verursacht wird, aber sie helfen dabei, die Kontrolle zu behalten und senden ein klares Signal, dass Betrüger*innen mit Schranken rechnen müssen.
Michele begeistert sich für Musik in den verschiedensten Formen, von Soulful House und Groovy Techno bis hin zu Alternative Rock, Dark Wave und vielem mehr. Mit Erfahrung in den Bereichen Produktion und Journalismus und einem wachsenden Interesse am DJing setzt sich Michele aus vielfältigen Perspektiven mit der Soundkultur auseinander. Zu den aktuellen Themen, die Michele interessieren, gehören Clubkultur, Musikentdeckung und -kuratierung, Tanz sowie die Auswirkungen von Musik auf Wahrnehmung und Gefühl. Michele schreibt auf Englisch.