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Wie gründest du dein eigenes Platten-Label: 1.Teil

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An artist on stage singing into a microphone

Nervt es dich, dass einige deiner Lieblings-Indie-Bands einfach nicht unter Vertrag genommen werden? Geht's dir genauso mit deinen eigenen Aufnahmen? Der Gedanke, als Reaktion auf diese Gefühle, ein eigenes Label zu gründen, war früher im Vergleich zu heute viel beängstigender. Viele KünstlerInnen und MusikliebhaberInnen gründen ihre eigenen Platten-Label. Das Internet, die DIY-Musikszene und ein Heimstudio, das man sich leisten kann, eröffnen Möglichkeiten, die zuvor unerreichbar waren. Jetzt kannst du die Dinge selbst in die Hand nehmen. Lass dich von dieser Liste mit den besten 25 Independent-Labels inspirieren, und hier siehst du die Story von Rough Trade Records, gesungen von Jeffrey Lewis:

Wenn du ein Platten-Label gründen willst, solltest du starke Nerven mitbringen. Und wenn du große Geschäfte machen und viel Geld verdienen willst, dann ist ein Indie-Label vielleicht nicht unbedingt der beste Weg in die Richtung. Wenn du aber wirklich leidenschaftlich für Musik brennst und in den Genuss der Demokratie kommen möchtest, welche sich in der Branche zunehmend bemerkbar macht, dann könnte sich ein Versuch lohnen!

Die ersten Schritte:

Hier ein paar Fragen, die du dir stellen solltest, bevor du dein eigenes Label startest:

  1. Was ist deine Motivation, welches Ziel verfolgst du?
  2. Verstehst du die Funktion eines Platten-Labels?
  3. Möchtest du nur physische (nach dem aktuellen Vinyl-Trend), physische und digitale Veröffentlichungen oder nur digitale Releases machen?
  4. Hast du ein grundlegendes Verständnis der wichtigsten Verträge in der Musikindustrie und hast du Grundkenntnisse über das Musikgeschäft?
  5. Bist du bereit, es mit Verwaltung, Buchhaltung, Zeit und Geld aufzunehmen – denn all das wird eine wesentliche Rolle spielen, wenn du dich deinem Projekt verschreibst?

Nachdem zu über diese Fragen nachgedacht hast, sind die ersten Schritte vor allem praktischer Natur. Du musst dein Label als Business anmelden, was bedeutet, dass du dich registrieren lassen musst und jährlich eine Steuererklärung abgeben musst. Du solltest mit einem/r BuchhalterIn zusammenarbeiten, die/der dir von Anfang an beraten kann, wie du deine Ausgaben und deine Einnahmen unter Kontrolle behältst, damit, wenn es an die Steuererklärung geht (wobei das auch die Buchhaltung übernehmen kann), alles korrekt ist.

Du wirst eine Investition oder eine andere Art Einkommen benötigen, denn ein Platten-Label funktioniert genau wie jedes andere Start-Up – möglicherweise wirst du keinen Gewinn erwirtschaften, vor allem nicht am Anfang. Wieviel du investieren musst, hängt von deinen Ambitionen ab. Viele Indie-Labels, die mittlerweile bekannt geworden sind, hatten anfangs keinen Business-Plan oder ein besonders großes Startbudget. Du kannst zunächst einmal auch nur mit einer Ladung Alben deiner noch unbekannten Lieblingsband anfangen oder mit einem digitalen Release und schauen, wie es läuft!

Es werden aber auch Kosten auf dich zukommen, wie Rechts- und Beratungskosten, Kosten für Logo-Design, Internet, Telefon, Büroraum und für das Pressen von Alben – Kosten die schlussendlich nicht zu vermeiden sind. Die Bereiche, in denen du etwas einsparen willst, kannst du dir aussuchen (wenn du beispielsweise deine Wohnung als dein Büro nutzt oder wenn du anfangs nur digital veröffentlichst). Du wirst aber nicht an allen Enden sparen können. Je früher du dein Label als Business einrichtest, mit offiziellen Verträgen, Studiozeit, zuverlässigem/r Prduzenten/-in, Marketing- und Veröffentlichungs-Strategien, Lizenzierung, Copyrights und Sync Deals etc., desto leichter wird es dir fallen, alles nachvollziehen und sicher gehen zu können, dass nichts außer Kontrolle gerät.

Das Team

Was du an diesem Punkt brauchst, sind Leidenschaft für Musik, Entschlossenheit, ein klarer Plan und Menschen, die dich unterstützen und mit dir zusammenarbeiten werden. Mit einem von Anfang an guten Team an Bord, kannst du ebenso deine Kosten minimieren. Wenn du beispielsweise mit jemandem zusammenarbeitest, der sich bereits auf professioneller Ebene mit Musikrecht auseinandergesetzt hat, dann sparst du schon einmal bei den Rechtsanwaltskosten und den Verträgen. Das Gleiche gilt für die Buchhaltung. Du wirst außerdem dankbar sein, jemanden an deiner Seite zu haben, der Erfahrung oder Wissen in den Bereichen Marketing und Öffentlichkeitsarbeit hat und der die PromoterInnen, JournalistInnen und ProduzentInnen kennt, die für die Musik, die du veröffentlichen möchtest, relevant sind.

Vergiss nicht, auch wenn Teamarbeit von Vorteil sein kann, solltest du dir gut überlegen, mit wem du zusammenarbeitest. In den frühen Stadien ist es besser, wenn man sich eine kleine vertrauenswürdige Gruppe von Leuten zusammensucht, anstatt alle möglichen Leute in deine eventuellen Verluste zu involvieren. Wahrscheinlich wirst du anfangs nicht alle angemessen bezahlen können, weshalb du Leute brauchst, die mit Erfahrung und Entschiedenheit einsteigen, aber gleichzeitig bereit sind, für umsonst oder für sehr wenig Geld zu arbeiten (außer dir stehen große Finanzierungsmittel zur Verfügung) und mit dir das Label auf die Beine stellen. Dein erweitertes Team kann indirekt auch aus Fans der Bands bestehen, die du als erste veröffentlichst und aus Freunden, die nicht direkt für das Label arbeiten, die aber bereit sind, dich mit sozialem Netzwerken und mit Mundpropaganda zu unterstützen. Diese Leute sind wesentliche Mitglieder der Label-Community, die dir außerdem das Gefühl vermitteln, dass das, was du tust, einzigartig und wichtig ist. Du solltest diese nahen Beziehungen unbedingt fördern und ausweiten.

In der folgenden Blog-Reihe werden wir uns die nächsten Schritte genauer ansehen, inklusive Marktanalyse, Businessplan-Erstellung und Verträge mit Bands und Verwertungsgesellschaften. Im dritten Post geht es dann ums Aufnahmestudio, um die Produktions- und Aufnahmepraxis, um Veröffentlichungs- und Marketingstrategien, sowie letztendlich um das fertige digitale/physische Produkt. Wir werden außerdem Kommentare von Labelgründern mit einbeziehen – lass uns also wissen, ob du auch ein Label hast und ein paar Tipps weitergeben möchtest!

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