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Ein Release nur auf Vinyl - Und was heißt das für die KünstlerInnen?

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Es ist kein Geheimnis mehr, dass Vinyl-Verkäufe in letzter Zeit ein enormes Comeback hatten. Viele hatten das klassische Format schon für tot erklärt, nachdem digitale Musik um 2000 herum Mainstream wurde und dabei anscheinend alle anderen Musikarten hinter sich ließ. Wer jedoch der Vinyl-Schallplatte treu geblieben ist, der durfte sich kürzlich für seine Geduld belohnt sehen. Der Erfolg von Vinyl steckt in dem besonderen Reiz, den es auf bestimmte Genres und Fans ausübt. Obwohl ein Vinyl-Release ein teures und schwieriges Unterfangen ist, scheinen sich immer mehr KünstlerInnen, Labels und Fans darüber einig zu sein, dass es jeden Cent wert ist.

Dance Music

Mixmag hat neulich einen Artikel herausgebracht mit dem Titel 'The New Kings of Vinyl, in dem veranschaulicht wird, wie die Underground House und Techno Künstler ItaloJohnson mit Veröffentlichungen ausschließlich auf Vinyl kontinuierlich vorangekommen sind. Europaweit kaufen DJs und Fans ihre Platten, denn nur so kann man sie hören. Anstelle des Superstar-DJ-Status, von dem viele EDM-Acts heutzutage profitieren, haben sich die Künstler dazu verschrieben, Musik zu machen, die „analog-schwer (analogue-heavy)” und „zeitlos” ist. Wie auch die UK-Acts Paranoid London und Dungeon Meat, spricht die Musik von ItaloJohnson audiophile und old school Techno-Fans und auch Sammler an.

 Der Charakter, den ihre Veröffentlichungen haben, offenbart eine Kraft, die andere Neuerungen – ebenso angedacht für audiophile Zielgruppen, wie zum Beispiel Neil Young’s Pono Player – vielleicht nie erreichen werden. In der heutigen Musikindustrie, die dominiert wird von den neuen Streaming-Services und den tausend verschiedenen Varianten, wie man einen Song hören kann, ist es vielleicht keine schlechte Idee, ein wenig Zurückhaltung zu üben, in dem, was du veröffentlichst.

Rarität

Vinyl-Veröffentlichungen können MusikerInnen nützen, selbst, wenn sie parallel zum digitalen Vertrieb laufen, denn allein von der Sache her sind sie schon rar. Fans wissen, dass KünstlerInnen oder Labels, die Musik auf Vinyl veröffentlichen, nur eine begrenzte Menge an Schallplatten produzieren können. LPs waren schon immer Sammlerstücke, die besonders für die treuesten unter den treuen Fans einer Band attraktiv sind. Das bedeutet nicht, dass jetzt alle Bands es dem Wu-Tang Clan gleich machen sollten und nur eine einzige Kopie ihres Albums herstellen sollten! Trotzdem: limitiertes Merchandise anzubieten ist eine heutige und schlaue Reaktion auf die neuen Herausforderungen, vor die die Musikindustrie KünstlerInnen heutzutage stellt.

Funktionalität

Vinyl ist das ursprüngliche DJ-Format. Auch wenn DJs jetzt alle möglichen digitalen Tools nutzen, sind die, die nach wie vor so auflegen wie früher, umgeben von einer Aura der Legitimität. Die Explosion der Vinyl-Veröffentlichungen in der elektronischen Tanzmusik bedeutet auch, dass die, die sich die immer teurer werdenden Schallplatten nicht leisten können, trotzdem in einen Club gehen können und dort die neuen Platten auf qualitativ hochwertigen Lautsprechern hören können. Vinyl wurde hergestellt, damit man mit anderen Menschen in der Öffentlichkeit oder um einen Plattenspieler herum versammelt, Musik hören konnte – das individualisierte und zurechtgestutzte Erlebnis, das die MP3 für unsere Generation bedeutet, ist eine komplett andere Erfahrung, als wenn der DJ oder irgend jemand auf einer Party eine Schallplatte herausholt und sie für alle im Raum auflegt!

 Die andere Seite der Medaille aber sieht so aus – so argumentieren zumindest einige Kritiker – dass wer sich aus Angst vor gestohlenen Dateien weigert, Musik auch digital zu veröffentlichen, sich das Leben nur unnötig schwer macht. Sie könnten Fans verschrecken, die die besagten Songs hören wollen, sich aber entweder Vinyl nicht leisten können oder das Format nicht nutzen wollen oder nicht tanzen gehen wollen. Dieses Argument macht gewissermaßen Sinn, denn Veröffentlichungen ausschließlich auf Vinyl bedeuten, dass es wirklich keinerlei legitime Möglichkeit gibt, die Tracks zu hören, außer ein Freund oder eine Freundin kauft sie sich oder man treibt irgendwo eine illegale Kopie auf. Deshalb ist heutzutage für KünstlerInnen und kleinere Labels die Kombination aus seltenen physischen Produkten, digitalem Vertrieb und Touring so effektiv und auch so attraktiv.

Fazit

Brawther (ein Deep House/Techno Künstler) behauptet in Mixmag, dass die Kosten und die Seltenheit von Vinyl-Veröffentlichungen das Engagement eines Fans beweisen können, sowie die Entschlossenheit eines/r KünstlerIn: “Vinyl fühlt sich an, als würdest du etwas beitragen zur realen Welt... und wenn jemand sagt, er habe deine Platte gekauft, dann bedeutet das wirklich etwas.” Vielleicht haben wir uns nur zu sehr daran gewöhnt, alles was wir wollen, gleich auch zu bekommen. Dabei empfindet man doch eine gewisse Vorfreude, wenn man auf einen Track etwas warten oder ihm aktiv hinterherjagen musste.

 Man sollte nicht vergessen, dass letztendlich die persönliche Entscheidung und Vorliebe zählt. Das schöne an der heutigen Plattenindustrie ist, dass KünstlerInnen und Labels die Möglichkeit haben, ihren eigenen Ausdruck zu finden und umzusetzen und ihre Musik ihren Fans in dem Format zur Verfügung stellen können, von dem sie denken, es sei am angebrachtesten. Es muss ja nicht jede Band nur Vinyl-Platten veröffentlichen. Man kann auch genauso relevante und exklusive Angebote in digitalen Formaten machen. Es ist nur wichtig, dass du dabei bedenken solltest, was für eine Art KünstlerIn du bist und welche Formate am besten zu dir passen.

Was denkst du? Findest du es gut, wenn Bands Veröffentlichungen ausschließlich auf Vinyl machen oder denkst du, dass es Musik heutzutage in so vielen Formaten wie möglich geben sollte? Lass uns wissen, was du von der Sache hältst!

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